1. Saarland
  2. Landespolitik

Sechs Hallen im Saarland werden zu Corona-Notfallzentren umgebaut

Kostenpflichtiger Inhalt: Kampf gegen Corona-Pandemie : Hallen im Saarland werden zu Corona-Notfallzentren umgebaut (aktualisiert)

Um für alle Fälle gerüstet zu sein, wird in den nächsten Tagen in jedem Landkreis eine Sport- oder Freizeithalle zur Aufnahme von Corona-Patienten umfunktioniert. In Marpingen hat der Aufbau der Feldbetten schon begonnen.

Im Saarland werden noch in dieser Woche mehrere Sport- und Freizeithallen zu Corona-Notfallzentren umfunktioniert. Das kündigte das Gesundheitsministerium am Donnerstag an. Pro Landkreis ist dafür eine Halle vorgesehen. Zunächst hatte das Ministerium von 18 Hallen landesweit gesprochen, sich später aber korrigiert.

In Marpingen wurde bereits die kleine Turnhalle der Gemeinschaftsschule entsprechend vorbereitet. Dort ist Platz für 50 bis 70 Feldbetten. Bei Bedarf kann noch die große Sporthalle eingebunden werden. Dann könnten dort insgesamt zirka 400 Patienten unterkommen. Die Hallen sollen genutzt werden, wenn in den Krankenhäusern kein Platz mehr ist. Auch Beatmungsgeräte werden für den Notfall vorgehalten. In Marpingen kümmern sich Ehrenamtliche von DRK, Feuerwehr, THW und DLRG um den Aufbau. Gesucht werden noch Ärzte und Pflegekräfte.

Zum Maßnahmenpaket des Gesundheitsministeriums zählt auch die Kategorisierung einzelner Krankenhäuser im Saarland. So sollen das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg, die Saarbrücker Winterberg-Kliniken und die SHG-Klinik in Völklingen als sogenannte Corona-Zentren fungieren, in denen schwerste Fälle behandelt werden.

Als Corona-Kliniken soll demnach eine Zahl von fünf bis sechs Krankenhäusern im Saarland definiert werden, die sich um infizierte Personen und Patienten mit mittelschwerem Krankheitsverlauf kümmern sollen.

Bereits auf den Weg gebracht wurde die Aufstockung von Betten zur Intensivbehandlung und sowie von Beatmungsplätzen in den Krankenhäusern. Das Gesundheitsministerium habe in den letzten Tagen außerdem in sehr großer Zahl interne und externe Quarantäneplätze für Behindertenpflegeeinrichtungen geschaffen, heißt es in einer Mitteilung des Ressorts.

„Das Coronavirus stellt uns derzeit alle vor völlig neue Aufgaben“, erklärte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Durch frühzeitig eingeleitete Maßnahmen und Weichenstellungen könne man strukturiert vorgehen, um das Gesundheitssystem nicht über Gebühr zu überlasten und für alle Betroffenen die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Zu den Maßnahmen zählt nach Angaben von Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) auch, dass die Landesregierung Millionen zur Verfügung gestellt hat, um weitere Schutzausrüstung für die Krankenhäuser zu beschaffen. „Diese wird in enger Abstimmung mit den betroffenen Einrichtungen zielgenau und am Bedarf ausgerichtet verteilt“, sagt Kolling.