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Schulschließungen wegen Corona: Was Schüler und Eltern im Saarland wissen müssen

Kostenpflichtiger Inhalt: Schulschließungen wegen Corona : Was Eltern und Schüler im Saarland jetzt wissen müssen

Das Saarland preschte in der Coronakrise mit der Schließung von Schulen und Kitas vor. Am Freitag erklärte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), was die Landesregierung nun plant.

  • Wie lange dauert die Schließung? Schulen und Kitas öffnen am nächsten Montag nicht mehr. Enden soll die Schließung am 26. April, einem Sonntag – dem Ende der Osterferien. Ungeklärt ist gegenwärtig, ob Tagesmütter weiterhin Kinder betreuen dürfen. „Stand jetzt können Tagesmütter weiter tätig bleiben“, sagt Lars Weber vom Regionalverband Saarbrücken, der die Betreuungspersonen auf seinem Gebiet zulässt.
  • Was bedeutet die Schließung? „Ab Montag wird kein Unterricht und grundsätzlich keine Betreuung in den Schulgebäuden stattfinden“, sagte die Bildungsministerin. Doch „Corona-Ferien“ sind nicht geplant. Die Lehrkräfte blieben „vollumfänglich zum Dienst verpflichtet“, erklärte Streichert-Clivot, am Dienstag sind Dienstbesprechungen vorgesehen. Die Lehrer sollen ihren Schülern nun Lernangebote machen, „die ohne persönlichen Kontakt möglich sind“. Damit sind nicht nur digitale Angebote über Lernplattformen gemeint. „Uns ist bewusst, dass die Ausstattung der Familien nicht so ist, dass wir alle Kinder auf diesem Weg erreichen werden“, sagte die Ministerin.
  • Fallen jetzt Abschlussprüfungen aus? Abschlussprüfungen will das Bildungsministerium in allen Schulformen vorbereiten und durchführen lassen. Nachholtermine seien in Vorbereitung, sagte Streichert-Clivot. „Keiner Schülerin, keinem Schüler, keiner Auszubildenden und keinem Auszubildendem sollen durch die Schließungen Nachteile entstehen – dafür werden wir gemeinsam Sorge tragen.“ Die Kultusministerkonferenz garantiert laut Streichert-Clivot die „gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen“. Studienplätze sollen flexibel vergeben werden, der Übergang an die Universitäten „unbürokratisch“ möglich sein.
  • Wie soll die Kinderbetreuung funktionieren? „Uns ist bewusst, dass diese getroffenen Regelungen Familien – insbesondere auch Alleinerziehende – vor große Herausforderungen bei der Kinderbetreuung stellen werden“, sagte Streichert-Clivot. Die Landesregierung setzt darauf, dass von den rund 150 000 Kindern und Jugendlichen möglichst viele zu Hause betreut werden können – ohne ältere Menschen zu gefährden, die als größte Risikogruppe für das Coronavirus gelten. Bereits gestern hatte die Ministerin über die Betreuung gesagt: „Gerade bei Berufstätigen spielen die Großeltern eine entscheidende Rolle.“ Klar ist: Die Notsituation wirft arbeitsrechtliche Fragen auf, die Politik ist gefragt. Daran werde im Bund und innerhalb der Landesregierung gearbeitet, sagte die Ministerin. „Es werden auch weiterhin flexible gesetzliche Reaktionen notwendig sein.“ Die Sozialdemokratin betonte: „Für Eltern, die wegen der nun notwendigen Kinderbetreuung voll oder teilweise zuhause bleiben müssen, muss eine gute Lösung gefunden werden.“ Daneben hatte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) bereits bei der Ankündigung der Schließungen eine Notbetreuung in Aussicht gestellt.
  • Was bedeutet Notbetreuung? Die Bildungsministerin sprach am Freitag von einer „begrenzten Notbetreuung“. Die Landesregierung will vermeiden, dass Kinder nicht zur Schule gehen, dann aber in der Betreuung wieder zusammenkommen. „Klar ist, dass wir für die Eindämmung der Epidemie ungünstige Konstellationen – also vor allem größere Menschenansammlungen – vermeiden müssen und die besonderen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden“, erklärte Streichert-Clivot. „Wir müssen sehr genau darauf achten, wie wir dieses Angebot zur Verfügung stellen.“ Im SR hatte Regierungschef Hans ausdrücklich ein Betreuungsangebot für alle Familien in Aussicht gestellt. Auch eine Priorisierung für bestimmte Berufsgruppen wie Polizisten oder Krankenpfleger schloss Hans aus. „Deshalb stellen wir grundsätzlich eine Notbetreuung für Kinder zur Verfügung – gleich aus welchen Gründen“, sagte er. Auch die Ressortchefin will „keine Hierarchisierung von akuten Betreuungsbedürfnissen“ vornehmen. Offenbar haben sich beim Ministerium bereits Organisationen gemeldet, die schon jetzt die Betreuung an Schulen anbieten.