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Schulen und Kitas im Saarland: Corona-Tests und neue Quarantäne-Regeln

Saarland ändert Regeln für die Bildungseinrichtungen : Corona-Neuerung an Schulen und Kitas: Mehr Tests und andere Quarantäneregeln

Die Landesregierung hat sich nach Beratungen mit dem Landkreistag und dem Städte- und Gemeindetag auf eine Anpassung des Testregimes und der Quarantäneanordnungen geeinigt – in Schulen und Kitas.

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich aus, auch an den Schulen und in den Kitas im Saarland. Die Infektions- und Quarantänefälle nehmen weiter zu. Vor diesem Hintergrund haben am Dienstag das Bildungsministerium und das Gesundheitsministerium mit dem Landkreistag und dem Städte- und Gemeindetag über eine Anpassung des Testregimes und der Quarantäneanordnungen beraten.

Drei Tests statt zwei

Künftig müssen sich Schüler, Lehrkräfte und anderes Schulpersonal ungeachtet ihres Impf- oder Genesenenstatus drei Mal pro Woche auf Corona testen. Bisher waren zwei Tests pro Woche Pflicht.  „Mit der Verständigung haben wir einen sinnvollen Umgang mit der veränderten Corona-Lage gefunden, der auf der Expertise der Gesundheitsfachleute und einem breiten Konsens beruht. Dieser Strategiewechsel macht Präsenzunterricht und Kitabesuch für möglichst viele Kinder und Jugendliche auch in der neuen Corona-Lage möglich. Gleichzeitig sorgen wir mit einem zusätzlichen Test pro Woche dafür, dass Infektionen in Kitas und Schulen noch schneller erkannt werden. Das ist auch dank der bewährten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen möglich, die vor Ort konsequent gut umgesetzt werden“, sagte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).

Kita-Kinder ab einem Jahr können sich testen

Für Kita-Kinder ist nun eine freiwillige Testung bereits ab einem Jahr vorgesehen und nicht mehr nur für Kinder ab drei Jahren möglich. Die Testungen der Kinder unter drei Jahren erfolgen durch Selbsttests zu Hause, erklärt Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Die Eltern müssen durch eine qualifizierte Selbstauskunft erklären, dass der Test durchgeführt wurde. „Das freiwillige Testangebot in den Kinderbetreuungseinrichtungen wird gut angenommen, daher ist der heute mit allen Partnern gefundene Konsens mit der Ausweitung des freiwilligen Angebots der Testungen in den Kitas – auch für Kinder ab der Vollendung des ersten Lebensjahres – ein wichtiger Baustein.“

Änderungen bei Quarantäneanordnungen

Die Inzidenzen hätten mittlerweile eine Höhe erreicht, die Quarantänen für Kontaktpersonen nicht mehr sinnvoll erscheinen lassen, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Die gemeldeten Fälle könnten angesichts des Gesamtgeschehens nicht mehr zwangsläufig einzelnen Infektionsketten zugeordnet werden. Gleichzeitig bestünden in Schulen und Kitas wirksame Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. Vor diesem Hintergrund haben die Spitzen der beiden Ministerien mit dem Landkreistag und dem Saarländischen Städte- und Gemeindetag (SSGT) vereinbart, dass Quarantäneanordnungen an Schulen und Kitas auf die jeweils positiv getesteten Personen beschränkt angeordnet werden. Diese Vorgehensweise entspreche den Regelungen der bestehenden Absonderungsverordnung und sei bereits im Vorfeld durch die Gesundheitsämter mit der Virologie des Universitätsklinikums Homburg abgestimmt worden. Für alle weiteren Personen in der jeweiligen Gruppe „gilt in der Folge eines bestätigten Corona-Falls so wie bisher für acht aufeinanderfolgenden Schul- beziehungsweise Betreuungstagen ein verschärftes Masken- und Testregime“.

Der Saarlouiser Landrat und Vorsitzende des Landkreistages, Patrik Lauer, sagte: „Wir haben insbesondere in der Schule mit der Maskenpflicht und einem erweiterten Testregime gute Instrumente in der Hand, die es uns erlauben, von der bisherigen Quarantänepraxis abzurücken, damit nicht mehr so viele Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben müssen, die von dem Infektionsgeschehen selbst gar nicht betroffen sind.“

 Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU), SSGT-Präsident: „Für die saarländischen Städte und Gemeinden als Träger der Grundschulen und Kitas ist es ein besonders wichtiges Ergebnis der heutigen Besprechungen, dass die Schutzvorkehrungen für die Schülerinnen und Schüler und betreuten Kinder nochmals verstärkt werden, ein zusätzlicher Test eingeführt wird und das Offenhalten von Schulen und Kitas als herausragendes Ziel weiter formuliert ist.“

Stand Montag sind 2077 der rund 120 000 Schülerinnen und Schüler im Saarland positiv auf Corona getestet, 5170 befinden sich in Quarantäne. Anfang vergangener Woche waren noch rund 2500 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne. Die Anzahl hat sich somit binnen einer Woche verdoppelt. Von den rund 9400 Lehrkräften sind nach Angaben des Bildungsministeriums derzeit 137 positiv, 157 sind in Quarantäne.

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich aus, auch an den Schulen und in den Kitas im Saarland. Die Infektions- und Quarantänefälle nehmen weiter zu.