Lehrerverband SLLV warnt Schulen im Saarland am Limit – Lehrer sehen den Präsenzunterricht in Gefahr

Saarbrücken · Lehrerinnen und Lehrer sehen im Saarland den Präsenzunterricht in Gefahr – und das bereits zwei Wochen nach Schulbeginn. Warum der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) warnt und was er jetzt fordert.

Schulen im Saarland am Limit: Lehrer sehen Präsenzunterricht in Gefahr​
Foto: dpa/Britta Pedersen

„Land unter“ und „Schulen im Saarland personell am Limit“: Damit macht der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) auf die aus seiner Sicht dramatische Lage in den Schulen im Saarland aufmerksam. Bereits zwei Wochen nach Beginn des Unterrichts stehe vielerorts der Präsenzunterricht auf der Kippe. Davor warnt SLLV-Chefin Lisa Brausch. Auslöser dafür sei neben der ohnehin dünnen Personaldecke ein erhöhter Krankenstand wegen neuerlicher Corona-Infektionen. Dies werde sich im Herbst noch zuspitzen.

SLLV: Vertretungsunterricht ist kaum noch zu gewährleisten

Brausch sieht insbesondere bei Grund- und Förderschulen große Probleme: „Die Personaldecke an den Schulen  [...] ist so eng gestrickt, dass der Ausfall einer Lehrkraft oder gar mehrerer Lehrkräfte in vielen Fällen nur sehr schwer zu kompensieren ist.“

Ein Vertretungsunterricht sei wegen der angespannten Situation „kaum mehr zu leisten“, heißt es in einer SLLV-Mitteilung vom Montag, 19. September. Denn die mobile Reserve, mit der das Bildungsministerium eigentlich akute Engpässe kurzfristig überbrücken will, sei nach Lehrerverbandsansicht mittlerweile „im strukturellen Einsatz“. Was bedeute: Diese Vertretungskollegen ersetzten dauerhaft Schwangere und Langzeitkranke.

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Das fordert der Lehrerverband SLLV im Kampf gegen die Krise

Die SLLV-Vorsitzende bezeichnet dies eine „Mangelverwaltung“ der saarländischen Landesregierung und stellt deswegen drei Hauptforderungen, um dem zu entgegnen:

  • Prinzipiell verlangt sie, dass die Lehrerstellen „umgehend aufgestockt werden, damit wir alle Bewerberinnen und Bewerber im Saarland halten können“.
  • Gleichzeitig muss es mehr Studienplätze für Grundschullehrer geben, da es hier einen gestiegenen Bedarf gebe.
  • Und sie will ein Lehramt an Förderschulen an der Saar-Uni durchsetzen. Damit soll dem enormen Mangel an Lehrern entgegnet werden.

Brausch zitiert aus dem Brief eines Schulleiters, um die aus Lehrersicht dramatische Situation zu verdeutlichen: „Bei uns ist Land unter – wie soll das nur weitergehen? Wir machen jetzt schon Mann und Maus mobil, damit ein sinnvoller Unterricht für alle Klassen stattfinden kann.“