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Schüler im Saarland haben wegen Corona Lerndefizite

Förderangebote im Regionalverband Saarbrücken : So sollen Schüler Lernrückstände aufarbeiten

Im Regionalverband Saarbrücken ist in Kooperation mit der Volkshochschule ein Förderangebot angelaufen. Nachhilfe-Kurse finden teilweise in den Ferien statt.

Schüler im Saarland haben wegen des langen Distanzlernens zunehmend mit Lernrückständen zu kämpfen. Das ist schon länger bekannt, bei Eltern, Lehrern wie der Politik. Dass dringend etwas unternommen werden muss, ist ebenfalls klar. Unklar war aber das Wie, obwohl viele Ansätze in dieselbe Richtung gingen. Die CDU-Fraktion im Saar-Landtag hatte Ferienschulen und Unterricht an Samstagen in Kooperation mit den Volkshochschulen zur Diskussion gebracht. Saar-Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) hatte unter anderem für eine Zusammenarbeit mit multiprofessionellen Teams und Kräften der Schulsozialarbeit ausgesprochen. Auch, weil neben den Lernrückstände sozial-emotionale Belastungen eine Rolle spielten. Es brauche außerschulische Partner, hatte die Ministerin wiederholt betont. Nun greift das Ministerium auf eine schon seit neun Jahren bestehende Kooperation im Regionalverband Saarbrücken zurück.

Die Agentur für Lernförderung bei der Volkshochschule im Regionalverband bietet Nachhilfe-Kurse für das Kernfach Deutsch, für Fremdsprachen und Mathematik an wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. „Wir beobachten nicht nur wachsende Lerndefizite, sondern auch emotionale Belastungen und den Rückzug von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger sind zusätzliche Förderangebote unter dem Dach der Schulen und die Zusammenarbeit auch mit außerschulischen Partnern“, sagte Streichert-Clivot. Die Volkhochschule im Regionalverband und die Agentur für Lernförderung seien hier vorbildlich. Für über 800 Schüler an aktuell 13 Gemeinschaftsschulen, einer Grundschule sowie zwei Berufsbildungszentren im Kreis würde die Agentur Förderunterricht anbieten. Es gebe mehr als 150 Kurse.

„Mit der bei der Volkshochschule angesiedelten Agentur für Lernförderung haben wir ein effizientes Modell auf den Weg gebracht, um den Nachhilfe-Unterricht direkt an den Schulen umzusetzen. Es ist auch eine soziale Frage, wie unsere Volkshochschule mit ihrem umfangreichen Bildungsangebot dazu beitragen kann, die Auswirkungen der Pandemie abzufedern. Wir haben bereits Strukturen, auf die vor Ort an den Schulen unkompliziert aufgebaut werden kann“, sagte Regionalverbands-Direktor Peter Gillo (SPD).

In Deutsch würden die Kurse zweimal wöchentlich unterrichtsbegleitend jeweils zwei bis drei Unterrichtseinheiten am Nachmittag umfassen. Daneben gebe es wöchentliche beziehungsweise zweiwöchentlichen Intensivkursen mit 20 beziehungsweise 40 Unterrichtseinheiten in den Schulferien. Maximal zehn Schüler können pro Kurs teilnehmen. Für die Sommerferien seien Intensivkurse in Mathematik sowie „Sommersprachschulen“ in Französisch und Englisch geplant. Die Volkshochschule könne dafür auf „über 100 Dozenten“ zurückgreifen.

Die Teilnahme ist allerdings nicht kostenlos. Pro Monat und Fach müssen Familien 40 Euro zahlen. Ausgenommen von dem Eigenanteil sind Familien, die Leistungen des Jobcenters oder Sozialamtes beziehen oder Kinderzuschlag bekommen, teilte das Bildungsministerium mit.

Ähnliche Angebote seien auch in den anderen Landkreisen geplant.