Schüler besuchen die Landesregierung

Schülertag in der Staatskanzlei : Schüler essen Burger in der Staatskanzlei

Zum Schülertag der Staatskanzlei kamen gestern zehn Schulklassen mit rund 300 Kindern zum Saarbrücker Regierungssitz, und das gesamte Saar-Kabinett nahm sich Zeit, mit den Kindern zu sprechen. Auch Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) empfing zwei Klassen persönlich zu einer Diskussionsrunde.

Da aber Kinder der sechsten bis achten Klasse eingeladen waren, ging es dabei recht unpolitisch zu. Fragen nach Berufswünschen, nach dem Tagesablauf der Politiker oder allgemeine Fragen zur Schule standen im Mittelpunkt.

Um Klimaschutz oder politische Mitwirkungsmöglichkeiten junger Menschen im Rahmen eines Jugendparlamentes ging es nie. „Das war auch so zu erwarten“, zog der Ministerpräsident Bilanz. Beim ersten Schülertag habe man Grundschüler eingeladen, da sei es regelrecht kindlich zugegangen, diesmal habe man die Unterstufe eingeladen. „Wir stellen aber fest, dass die Kinder sich schon geehrt fühlen, wenn sie herkommen dürfen und sich darauf freuen. Sie erfahren dann spielerisch etwas über den politischen Alltag, und wir können ihnen gewisse Abläufe erklären“, sagte Hans, der einer Waderner Schulklasse erläutern musste, wie Politiker nach Berlin kommen. „Wir buchen ein ganz normales Linienflugticket“, antwortete Hans. Ansonsten rankten sich alle Fragen um die Schule. Ob man Tablets für den Unterricht bekommen könne und ob die Schule irgendwann an schnelles Internet angeschlossen werde. Hans antwortete, dass der Digitalpakt 60 Millionen Euro an Fördermitteln bereithalte, die man jetzt in Kürze abrufen könne. Ende des Monats seien die Förderrichtlinien fertig erarbeitet, dann könnten die Schulträger Anträge stellen.

Außerdem plane das Land eine Bildungs-Cloud. Dort könnten Schülerinnen und Schüler wichtige Schulbuchinhalte bald online abrufen. Die Fragen dazu kamen allerdings vom Lehrer der Waderner, der sich besseres Internet und individuelles Arbeiten mit modernen Medien in der Schule wünscht.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) begegnete dem Schüler Sam aus Wadern. „Ich kenne Deinen Sohn Paul – mit dem spiele ich Fußball“, sagte Sam. Danach sprach sie mit Schülern einer siebten Klasse aus Schiffweiler, die wissen wollten, welcher Minister im Kabinettsaal auf welchem Stuhl sitzt. Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) diskutierte mit einer sechsten Klasse aus Wadern. Politische Themen spielten auch in dieser Diskussionsrunde keine Rolle. Die Akteure waren davon nicht überrascht. „In dieser Altersgruppe sind die Interessen noch anders. Aber diese Kinder geben einem auch nicht das Gefühl, dass sie eh schon alles wissen“, sagte Hans, der den Schülertag fortsetzen will. Vermutlich werde man die Altersstufen, die eingeladen werden, immer wieder wechseln. Eingebettet wurden die Diskussionen in lehrreiche Stationen. Ein Saarlandquiz, ein virtueller Rundgang durch die Landesvertretung, die virtuelle Ausstellung des Bergbauerbes, eine nachgespielte Landespressekonferenz mit echten Kameras und Mikrofonen, ein Erinnerungsbild am Schreibtisch des Ministerpräsidenten und zum Finale einen Burger zur Stärkung wurden angeboten. Und so kam an Bachmann um 12 Uhr mitten in der Diskussionsrunde die alles entscheidende Schüler-Frage: „Sind die Burger schon fertig.“ Das machte auch den Politikern Spaß.

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