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Schließung der Klinik Ottweiler: Fraktionen sauer auf Marienhaus

Krankenhaus in Ottweiler : Große Koalition im Landtag sauer auf Marienhaus

Der Umgang des katholischen Krankenhausträgers Marienhaus mit der für das nächste Jahr geplanten Schließung der Klinik in Ottweiler sorgt im Landtag fraktionsübergreifend für Kopfschütteln. Der CDU-Sozialpolitiker Hermann Scharf forderte am Montag, die „Verzögerungs- und Hinhaltetaktik“ müsse ein Ende haben.

In der nächsten Sitzung des Sozialausschusses wolle man sich von Marienhaus und der Landesregierung berichten lassen. Marienhaus arbeite weiter intransparent, Mitarbeiter und Bürger verlören zunehmend ihr Vertrauen in den Träger, sagte Scharf. Dieses Vorgehen schade nicht zuletzt den Kliniken selbst. Am Standort St. Wendel zum Beispiel fehlten Fachärzte, das komme nicht von ungefähr.

Zuvor hatte bereits der SPD-Gesundheitspolitiker Magnus Jung Marienhaus davor gewarnt, Bürger und Politik wie 2017 in Wadern vor vollendete Tatsachen zu stellen. „Das würde den Krankenhausplan zur Makulatur machen“, sagte Jung. Das Sozialministerium sei jetzt gefordert, zusammen mit den Klinikbetreibern für Klarheit zu sorgen. Über die Entwicklung der saarländischen Krankenhauslandschaft sei man besorgt.

Die AfD-Landtagsfraktion sieht die medizinische Versorgung im ländlichen Raum durch die Schließung von Kliniken in Gefahr. „Diese Landesregierung sieht tatenlos zu, wie der ländliche Raum abgehängt wird“, teilte die Fraktion mit. Die AfD zeigte Verständnis für Marienhaus: „Ein Klinikträger ist doch gezwungen, über Schließungspläne nachzudenken, wenn er dauerhaft in die Verlustzone gerät.“ Daher müssten die Krankenhaus-Investitionen des Landes erhöht werden. Die Forderung der Gewerkschaft Verdi, Krankenhäuser der öffentlichen Hand zu übertragen, werde die Probleme aber nicht lösen und sei „nichts anderes als ein Griff in die sozialistische ‚Mottenkiste‘ der gescheiterten DDR“.