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Saarland will Schüler und Lehrer auf Corona testen

Neue Test-Strategie : Saarland plant massive Ausweitung von Corona-Tests

Die Landesregierung hat eine umfangreiche Ausweitung der Corona-Tests angekündigt. Es soll Tests an Schulen und Kitas sowie Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen und der Landesaufnahmestelle Lebach geben. Auch für eine mögliche zweite Welle wurden Vorkehrungen getroffen:

Mit einer massiven Ausweitung der Corona-Tests will das Saarland Neuinfektionen frühzeitig erkennen und so die Corona-Pandemie weiter eindämmen. Dafür soll es in mehreren, besonders gefährdeten Bereichen eine neue Test-Strategie geben - auch wenn diese bislang nicht den Kriterien des Robert-Koch-Instituts entsprechen. Das hat das saarländische Gesundheitsministerium am Freitag angekündigt.

Wie bereits von unserer Zeitung berichtet, soll nach den Sommerferien allen rund 9000 Lehrern im Saarland ein freiwilliger Corona-Test angeboten werden. Zudem können sie sich bis Ende des Jahres 2020 einem weiteren Abstrich unterziehen. Die Testungen werden vom Ministerium für Bildung und Kultur organisiert und vom Land finanziert.

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie sollen Schüler, Kita-Kinder sowie das Lehr- und pädagogische Personal in Kindertagesstätten und Schulen getestet werden. Auch diese Kosten übernimmt das Land.

Bleibt die Neuinfektionslage im Saarland auf einem niedrigen Niveau, sollen alle Neuaufnahmen und Rückverlegungen in Pflegeheimen getestet werden. Zudem erhalten circa 500 Beschäftige in Pflegeheimen, der ambulanten Pflege und der Tagespflege, circa 160 Beschäftige in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und bis zu 150 Neuankommende in der Landesaufnahmestelle Lebach monatlich stichprobenhafte Abstriche.

Sollte es zu einem höheren Infektionsgeschehen im Saarland kommen, werden pro Monat zusätzlich ungefähr 2000 Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, circa 530 Betreute in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, 120 Menschen in der Tagespflege und rund 1000 Erzieherinnen in Kitas ebenfalls stichprobenartig getestet.

Um die geplanten Massentests durchführen zu können, wird die Drive-In-Teststation auf dem Saarbrücker Messegelände wieder in Betrieb genommen. Bleibt die Infektionslage niedrig, soll dort Kapazität für bis zu 750 tägliche Abstriche sein. Im Fall einer neuen Infektionswelle könnten die Kapazitäten dann auf bis zu 2000 tägliche Abstriche erhöht werden, so das Ministerium.

Im Falle einer zweiten Infektionswelle stünde auch eine mobile Teststation zur Verfügung, so das Ministerium. Sie könne an täglich wechselnden Standorten bis zu 250 Tests durchführen. Außerdem soll in diesem Fall ein mobiles Abstrichteam, das rund 50 Menschen pro Tag testen kann, eingesetzt werden. Das ermögliche beispielweise Testreihen in Betrieben vor Ort.

Letzte Woche hat das Saarland Testreihen in saarländischen Fleischbetrieben gestartet. Ähnliche Testreihen sollen nun auch in anderen Betrieben durchgeführt werden können. Betriebe können erste Testungen in Kooperation mit den zuständigen Gesundheitsämtern durchführen. Weitere Abstriche im Rahmen des Arbeitsschutzes können sie in Abstimmung mit den Ämtern selbst organisieren und finanzieren.

„Neben Hygiene- und Abstandregelungen, der Maskenpflicht und einer lückenlosen Kontaktnachverfolgung, sind Corona-Test unser wohl effektivstes Mittel, um die Krankheit weiter einzudämmen. Wir müssen Neuinfektionen zuverlässig und frühzeitig erkennen. Im Rahmen unserer bisherigen Testmaßnahmen werden wöchentlich rund 6800 Tests durchgeführt. Diese sollen nun zielgerecht erweitert werden, dort wo wir großen Bedarf sehen“, erklären Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Staatssekretär Stephan Kolling (beide CDU).