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Saarland will Corona-Tests in Altenheimen ausweiten

Besserer Schutz vor Virus und Mutation : Saarland will Corona-Tests in Altenheimen ausweiten

Häufigere Tests in Altenheimen, notfalls Sanktionen gegen Heimbetreiber und eine stärkere Nachverfolgung, wie das Virus in die Einrichtungen eingeschleppt wurde – das sind einige Punkte in einem Sofortprogramm des Landes zum besseren Schutz vor dem Virus.

Zum Schutz von Bewohnern und Mitarbeitern der 149 Altenheime vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und der neuen Corona-Variante verschärft das Gesundheitsministerium seine Vorgaben.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) und Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) legten am Mittwoch ein Sofort-Programm vor, das unter anderem vorsieht, die Tests in den Heimen auszuweiten, die Umsetzung der Testpflicht stärker zu kontrollieren und den Eintrag in die Heime nachzuverfolgen.

Derzeit müssen in Pflege- und Altenheimen alle Beschäftigte und Bewohner zweimal wöchentlich mit Antigen-Schnelltests getestet werden. „Diese essenzielle Schutzmaßnahme muss vom Träger konsequent umgesetzt werden“, sagte Bachmann. „Unsere Heimaufsicht wird bei Verstößen Sanktionen erlassen.“

Zum Schutz vor der Corona-Mutation soll nun geprüft werden, ob die Tests sogar alle zwei Tage vorgeschrieben werden. Hier werde das Gesundheitsministerium mit der Virologie des Universitätsklinikums zusammenarbeiten.

Zudem soll künftig verstärkt geprüft werden, wie das Virus in die Einrichtungen gelangen konnte. „Mit personeller Unterstützung durch die Bundeswehr werden wir bei einem Ausbruchsgeschehen gemeinsam mit dem Gesundheitsamt überprüfen, wie es zu Eintragungen in den Heimen und demnach zu den Ausbrüchen gekommen ist“, kündigte Kolling an. Aus den Erfahrungen würden Handlungskonzepte für die Zukunft entwickelt.

Um die Heime besser vor der Corona-Mutation zu schützen, werde auch die Richtlinie für Hygienekonzepte und zu Besuchsverboten in Einrichtungen überarbeitet, teilten Bachmann und Kolling mit. Hier seien restriktivere Maßnahmen unumgänglich.

Die in den aktuell stark betroffenen Heimen rückgestellten Proben sollen untersucht werden, um zu ermitteln, ob gegebenenfalls Mutationen in den Altenheimen vorhanden sind. Bei zukünftigen Positivfällen werde man situativ entscheiden, wie mit dem Ausbruchsgeschehen umgegangen wird. Dazu werde ein konsequentes Monitoring der sequenzierten Proben stattfinden.

Pflegeheimbewohner, die schon eine Covid-Erkrankung überstanden haben und noch nicht geimpft wurden, sollen sich nachimpfen lassen können. Die mobilen Teams würden hierzu entsprechende Angebote unterbreiten.

Die Grünen forderten erneut, dass die mobilen Teams in den Pflegeheimen das Personal gleich mitimpfen solle. Dass Pflegekräfte nach wie vor regulär auf einen Impftermin im Impfzentrum warten müssten, laufe dem Ziel entgegen, Pflegeeinrichtungen besser zu schützen. Das Gesundheitsministerium hatte entschieden, die Heimmitarbeiter nicht mit impfen zu lassen, damit mehr Impfdosen in den Imfpzentren für über 80-Jährige zur verfügung stehen.