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Saarland: Schulen kehren in Präsenzunterricht mit Testpflicht zurück

Volle Schulöffnung ab 19. April : Erste Kritik an Begrenzung der Testpflicht auf ältere Saar-Schüler

Die Schulklassen sollen im Saarland ab 19. April wieder gemeinsam in Präsenz unterrichtet werden. Ab dann soll auch die lange umstrittene Testpflicht gelten – an weiterführenden Schulen. Das erntet schon Kritik.

Die saarländischen Schüler sollen am 19. April wieder alle gemeinsam zur Schule gehen. An diesem Tag endet damit der Wechselunterricht, mit dem die Schüler Mitte kommender Woche nach den Ferien zunächst starten. Verbunden mit der Rückkehr in den Präsenzunterricht ist ab der fünften Klasse eine Testpflicht für alle Schüler. Das hat das Saar-Kabinett am späten Donnerstagabend beschlossen. Danach sollen Kinder und Jugendliche, die das Angebot von zwei Schnelltests pro Woche nicht annehmen, weiter Fernunterricht erhalten.

An der Begrenzung der Testpflicht auf weiterführende Schulen gibt es aber erste Kritik. Lisa Brausch, die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), monierte  am Freitag, das Infektionsgeschehen finde in den Grundschulen und den Primarstufen der Förderungschulen genauso statt. Die Testpflicht müsse daher schon am 19. April auch auf diese Schulen ausgeweitet werden. Zudem forderte sie, dass sichergestellt sein müsse, dass genügend außerschulisches Personal in den Schulen zur Testung eingesetzt wird. Die zusätzlichen bürokratischen Aufgaben bei einer hohen Anzahl von Tests könnten nicht auch noch von den Schulleitungen übernommen werden.

 Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD begrüßten am Freitag die Beschlüsse zu den Schulen.  Die Fraktionsvorsitzenden Alexander Funk (CDU) und Ulrich Commerçon (SPD) erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, die Rückkehr in den vollen Präsenzunterricht ab Mitte April sei „ein wichtiger Schritt im Interesse von Kindern und Jugendlichen. Eine allgemeine Testpflicht wird dabei für größtmöglichen Schutz sorgen“. An den Schulen würden „hervorragende Hygienekonzepte vorgehalten“. Ein „bundesweit einzigartiges Testregime trägt dazu bei, dass diese Schritte jetzt möglich werden“, erklärten sie.

Die Testpflicht für Schüler war lange umstritten, auch die Bildungsministerin war mit Blick auf das Recht auf Bildung skeptisch. Zuletzt hatten sich aber alle großen Lehrerverbände und wichtige Elternverbände gefordert. Bislang lag die Teilnahme an den Tests im Saarland bei rund 50 Prozent.

 Die saarländischen Schüler wurden mit Ausnahme der Abschlussklassen bis zu den Osterferien im Wechselunterricht unterrichtet, jeweils war nur die halbe Klasse in Präsenz, die andere Hälfte lernte zu Hause. Ein Start in voller Klassenstärke vor Ort direkt nach den Osterferien, wie ihn Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) zwischenzeitlich angekündigt hatte, war wieder abgesagt worden. Nun soll er kommen, sofern die Corona-Entwicklung  sich nicht dramatisch ändert, wie es einschränkend heißt. 

SLLV-Chefin Brausch wies denn auch am Freitag darauf hin, dass die komplette Öffnung der Schulen bei den derzeit steigenden Infektionszahlen ein großes Risiko berge und forderte, das Pandemiegeschehen weiterhin ganz genau im Auge zu behalten und „gegebenenfalls die Öffnungspläne anzupassen“.