Saarland: Schüler in Mathe schlecht - Eltern fordern Investition in Bildung

Reaktion auf schlechtes Studienergebnis : Elternvertreter fordern auch mehr Geld für Schulbildung im Saarland

Wütend reagieren Elternvertreter an Gymnasien auf die schlechten Noten im Vergleichstest für saarländische Schüler im Fach Mathematik. Die Landesregierung müsse dringend etwas dagegen tun.

Das schlechte Abschneiden der saarländischen Gymnasiasten in Mathematik und Naturwissenschaften muss analysiert werden. Verbesserungsmöglichkeiten sollen mit Lehrern und Wissenschaftlern dringend diskutiert werden. Das fordert die Landeselternvertretung und reagiert damit auf die Studienergebnisse des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) der Berliner Humboldt-Universität. Deren Wissenschaftler hatten sich mit Lernerfolgen in der neunten Klasse befasst. Dabei schnitten saarländische Schüler insbesondere im Fach Mathematik schlecht ab. Demnach erreiche annähernd jeder dritte Schüler nicht den Mindeststandard seiner Klassenstufe. Damit landete das Saarland hinter Bremen und Berlin auf dem drittschlechtesten Platz.

„Mit Erschrecken und großer Sorge nimmt die Landeselternvertretung an Gymnasien (LEV Gym) die Ergebnisse der IQB-Bildungsstudie wahr“, schreibt die Organisation in einer Mitteilung. Dabei greift der Vize-Vorsitzende Patric Cordier die Landesregierung an. So spricht er vom „offenkundigen Zynismus des Bildungsministeriums“. Cordier bezieht sich demnach auf eine Pressemitteilung der neuen Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), worin sie mitgeteilt habe, „dass die saarländischen Schüler im Ländervergleich nicht weiter abgerutscht seien“. Das sei auch schwer möglich, „wenn man im Ranking auf dem drittletzten Platz liegt", wettert der Elternvertreter. Die Saar- Gymnasien würden laut Studie in einer Verschlechterungstendenz liegen.

Der Kritik schließt sich LEV-Vorsitzende Katja Oltmanns an: „Das Saarland hat zwar die Effizienz in der schulischen Ausbildungszeit gerade an den Gymnasien gesteigert, allerdings zu Lasten von Qualität in der Bildung." Jetzt müssten schnellstmöglich Gründe für den Qualitätsverlust ausgemacht und Handlungsstrategien erarbeitet werden. Die Haushaltsnotlage dürfe nicht als Totschlagsargument dienen. „Wer nicht in Bildung investiert und mit dem wenigen Geld dann noch offensichtlich völlig falsche Ansätze verfolgt, der wird am Ende eine Zeche zahlen müssen, die uns alle deutlich teurer zu stehen kommt", schließt Cordier.

Ebenfalls schlechte Ergebnisse verzeichnete das Institut in Biologie, Physik und Chemie. Die Vergleichsstudie hatte das IQB am Freitag, 18. Oktober, veröffentlicht.

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