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Saarland schließt ab Montag Restaurants und verschärft Kontaktsperre

Teil-Lockdown soll ab Montag gelten : Saarland schließt Restaurants und verschärft Kontaktsperre (mit Video)

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Saarländer wegen rasant steigender Corona-Neuinfektionen auf massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens eingestimmt. „Die Situation war zu keinem Zeitpunkt so ernst wie sie heute ist“, sagte Hans nach einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten.

Die dort gefassten Beschlüsse werde das Saarland in einer Allgemeinverfügung zusammenfassen, die ab Montag gilt, betonte Hans. Demnach sollen sich in der Öffentlichkeit nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Kinos, Theater, Kosmetik-, Tattoo- und Fitness-Studios werden geschlossen, Veranstaltungen gestrichen, der Vereinssport massiv eingeschränkt und Zuschauer in Stadien wieder verboten. Gastronomiebetriebe dürfen keine Gäste mehr bewirten und nur noch außer Haus verkaufen. Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden. Die Maßnahmen sollen bis Ende November gelten. Sie seien nötig, „weil uns das Geschehen sonst entgleist“, betonte Hans.

Bereits heute könnten die Gesundheitsämter bei 75 Prozent der Corona-Neuinfektionen nicht mehr nachvollziehen, wo sich die Betroffenen angesteckt haben. Um eine akute Gesundheitsnotlage zu verhindern, müsse deshalb sofort gehandelt werden. Hans bezog sich dabei auch auf eine Vorausberechnung des Virologen Dr. Jürgen Rissland. Der Leitende Oberarzt an der Homburger-Uniklinik geht davon aus, dass die Krankenhäuser bereits in der zweiten November-Hälfte an ihre Grenzen kommen, wenn es bei der derzeitigen Ansteckungsrate im Saarland bleibt.

Kleinunternehmen wie Bars und Restaurants, die jetzt schließen müssen, machte er Hoffnung. Der Bund habe zugesagt, ihnen Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des Novemberumsatzes zu gewähren.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte in einer Video-Botschaft in sozialen Netzwerken, die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten hätten „harte Maßnahmen“ auf den Weg gebracht. „Ich hätte mir gewünscht und ich hätte mir ehrlicherweise auch erhofft, dass wir das so nicht hätten beschließen müssen“ so Rehlinger. Es sei aber notwendig. Oberstes Ziel wäre, Kitas und Schulen offenzuhalten. Man werde im Saarland beraten, wie die Einigung von Bund und Ländern konkret umgesetzt werde.

„Es geht allerdings nicht nur um den Schutz von Personen, sondern auch um den Schutz der Wirtschaft und ganz viele Beschäftigte“, so Rehlinger. Deshalb sei es richtig und zwingend notwendig, dass die Bundesregierung auch gleichzeitig zugesagt hat, dass die Einnahmeausfälle, kompensiert werden. Sie sagte zu, dass dort wo die Bundeshilfen nicht ausreichend sind, auch zusätzliche Landesmittel eingesetzt werden.