Saarland: Photovoltaik-Anlagen auf Gebäuden des Landes geplant

Kostenpflichtiger Inhalt: Energiewende : Saarland will Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Behörden installieren

Künftig werden alle Neubauten und alle sanierten Gebäude des Landes daraufhin geprüft, ob sie sich für den Einsatz von PV-Anlagen eignen. Pläne gibt es für die Polizei, ein Uni-Gebäude, ein Gericht, ein Finanzamt und die Landesaufnahmestelle in Lebach.

Auf den Dächern öffentlicher Gebäude im Saarland sollen verstärkt Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Nach der Inbetriebnahme einer PV-Anlage auf dem Dach der Polizeiinspektion Saarbrücken-Burbach Mitte vergangenen Jahres gibt es ähnliche Pläne nun auch für die Polizeiinspektion Völklingen und den Neubau des Praktikumsgebäude der Pharmazie auf dem Saarbrücker Uni-Campus. Beide Anlagen sollen 2020 ihren Betrieb aufnehmen, wie das Innenministerium der SZ auf Anfrage mitteilte.

Ferner liefen zurzeit Voruntersuchungen bei den Gebäuden des Amtsgerichtes Saarbrücken und des Finanzamtes Saarlouis. Zudem sollen auch die Ersatzneubauten der Landesaufnahmestelle in Lebach („Anker-Zentrum“) mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden.

Künftig werden nach Angaben des Innenministeriums alle Neubauten und alle sanierten Gebäude des Landes daraufhin geprüft, ob sie sich für den Einsatz von PV-Anlagen eignen. In die Bewertung sollen ökonomische und ökologische Aspekte einfließen, kündigt das Ministerium an.

Vor einigen Jahren waren die Dächer landeseigener Liegenschaften bereits daraufhin untersucht worden, ob sie sich für PV-Anlagen eignen. Auf Basis dieser Untersuchung wurden neben der Polizeiinspektion Burbach auch die Saarländische Hochbaubehörde in der Saarbrücker Hardenbergstraße mit Photovoltaik ausgestattet.

Der saarländische Landtag hatte im vergangenen Jahr die Landesregierung aufgefordert, „noch im Jahr 2019 mit der Identifikation weiterer geeigneter landeseigener Immobilien für die zeitnahe Installation und Nutzung durch Anlagen zur Gewinnung von Solarenergie (Photovoltaik, Solarthermie) zu beginnen und den langfristigen Aufbau eines Dachflächenkatasters für landeseigene Immobilien zu erstellen“.

Dies war auch eine Forderung des Klimaschutzbündnisses Saar. Dieses hatte in einem Positionspapier die Forderung aufgestellt: „Zur Wahrung der öffentlichen Glaubwürdigkeit muss das Land, die Kreise und die Kommunen bei ihren eigenen Liegenschaften als Vorbild vorangehen und diese wo immer technisch möglich mit Photovoltaikanlagen bestücken, sowie Sanierungsfahrpläne zur Reduzierung des Energieverbrauchs ausarbeiten und beschließen.“

Nach Einschätzung der Fachleute im Innenministerium ist eine wirtschaftliche Errichtung einer PV-Anlage allerdings nur bei einem Neubau oder einem aktuell sanierten Dach möglich. Und: Aufgrund der derzeitigen Fördersituation und Gesetzeslage seien insbesondere kleine PV-Anlagen wirtschaftlich umzusetzen, die den Strom zum Eigenverbrauch erzeugten und nicht auf eine Einspeisung ins Versorgungsnetz abzielten.