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Saarland: Corona-Schnelltests in Pflegeheimen bringt Überlastung für Personal

40000 Corona-Tests wöchentlich : Saar-Pflegeheime sind beim Testen überfordert

Mitarbeiter und Bewohner müssen zwei Mal pro Woche getestet werden. Heime suchen dringend Personal.

Die 150 Pflegeheime im Saarland benötigen nach Angaben ihres Dachverbandes kurzfristig rund 400 zusätzliche Mitarbeiter, um die jüngst verschärften Test-Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erfüllen zu können. Der Geschäftsführer der Saarländischen Pflegegesellschaft, Jürgen Stenger, bezifferte die Zahl der wöchentlichen Antigen-Schnelltests auf mindestens 40 000 – ohne die Besucher, die bei jedem Betreten einer Einrichtung ebenfalls getestet werden müssen.

Um Pflegeheime vor weiteren Corona-Ausbrüchen zu schützen, müssen Bewohner und das Personal seit wenigen Tagen zwei Mal pro Woche getestet werden – solange die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz von über 150 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern überschritten ist. Derzeit liegt sie bei 195.

Tests seien genügend verfügbar, sagte Stenger. Was fehle, sei das Personal. Die Pflegekräfte seien bereits am Limit. Es funktioniere nur mit externen Kräften. „Wir sind begrenzt optimistisch, aber es wird nicht von heute auf morgen gehen“, sagte Stenger.

Nach einem Hilfsaufruf von Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hat die Apothekerkammer des Saarlandes in einem Rundschreiben die Inhaber der 285 Apotheken gebeten zu prüfen, ob es ihnen und ihren Beschäftigten möglich ist, bei den Tests in den Heimen zu helfen. Der Appell richtet sich auch an Apotheker und Fachkräfte im Ruhestand.

Zudem will die Arbeitskammer jene Freiwilligen, die sich bei ihr für einen Einsatz in mobilen Impfteams gemeldet haben und dort zunächst nicht zum Zuge kommen, nun dazu bewegen, sich für die Heime zu melden. Auf der Liste der Arbeitskammer stehen 182 Freiwillige. Die Pflegegesellschaft hält es außerdem für möglich, Betriebsärzte, Medizin-Studenten und externe Dienstleister in den Pflegeheimen einzusetzen. Die Schnelltests müssen mittlerweile nicht mehr von Fachkräften durchgeführt werden; es genügt Personal, das in der Handhabung der Tests medizinisch geschult wurde.