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Saarland: Corona-Auffrisch-Impfungen ab Herbst nur mit mRNA-Impfstoff

Pläne von Saar-Gesundheitsministerium : Auffrisch-Impfungen gegen Corona im Herbst nur mit mRNA-Impfstoff

Die Kassenärztliche Vereinigung zeigt sich von diesen Plänen allerdings irritiert.

In der Gesundheitsminister-Sitzung am Montag haben die Gesundheitsministerinnen und -minister aus Bund und Ländern unter anderem über die nächsten Schritte zur Vorgehensweise bei den Auffrischimpfungen beraten.

„Geplant ist, dass die notwendige Auffrischimpfung ab Herbst mit einem mRNA-Impfstoff durchgeführt wird“, teilte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann nach der Sitzung mit. Ein genauer Beschluss über den Ablauf der Impfungen würde von Bund und Ländern zeitnah abgestimmt.

KV reagiert irritiert

Die Kassenärztliche Vereinigung zeigte sich von diesem Plan irritiert. Es sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt völlig unklar, ob überhaupt eine Auffrischungs-Impfung nötig sei, die StiKo habe noch keine Empfehlung abgegeben. Das sagte der Impf-Koordinator der saarländischen Ärzteschaft, Joachim Meiser, gegenüber dem SR.

Was passiert mit überschüssigen AstraZeneca-Dosen?

Zum Vorgehen bezüglich des Impfstoffes AstraZeneca einigten sich die Ministerinnen und Minister auf Folgendes: Der Bund wird Impfstoffe, die in der nationalen Impfkampagne nicht zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe zulassen, Drittstaaten durch Impfstoffspenden zur Verfügung stellen.

Dabei wird das Bundesgesundheitsministerium zeitnah einen logistischen Prozess auf den Weg bringen, um die Impfstoffe, die bisher ausschließlich in den Verteilzentren der Länder gelagert wurden, bei den Ländern abzuholen.

30 Millionen Dosen werden gespendet

Insgesamt will Deutschland bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Corona-Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten abgeben. Für die kostenlosen Spenden sollen Impfdosen der Hersteller Astrazeneca und Johnson & Johnson genutzt werden. „Es ist in unserem ureigenen Interesse, die Welt zu impfen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Das Saarland gibt nach aktuellen Informationen des Saarländischen Rundfunks rund 6000 Impfdosen ab.

Abwicklung über internationales Impfstoffprogramm Covax

Mindestens 80 Prozent der Impfstoff-Spende soll über Covax verteilt werden. Bis Mitte Juni waren über das internationale Impfstoffprogramm erst 83 Millionen Impfdosen verteilt worden, davon das meiste an die ärmsten Länder. Maximal 20 Prozent der Spende soll bilateral abgegeben werden, insbesondere an Staaten des Westbalkans mit bis zu drei Millionen Dosen, an Namibia sowie an Staaten der östlichen Partnerschaft. Mit östlichen Partner sind EU-Nachbarn wie Armenien, Aserbaidschan oder die Ukraine gemeint. Genaue Mengen und Abgabezeitpunkte sollen von der nationalen Versorgungslage abhängig gemacht werden.

Deutschland stellt insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro für Covax zur Verfügung. Die Abgabe von Impfdosen könne einen wichtigen ergänzenden Beitrag leisten, so das Gesundheitsministerium.