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Saarland: Corona-Ampel jetzt auf Gelb - „Wir betteln um jede Impfung“

Ministerin Bachmann fürchtet verschärfte Lage : Saarland stellt Corona-Ampel offiziell auf Gelb: „Wir betteln um jede Impfung“

Monatelang war die Corona-Lage im Saarland entspannt. Nun steht die Ampel wieder offiziell auf Gelb. Gesundheitsministerin Bachmann bereitet sich auf eine Verschärfung der Lage vor.

Das Gesundheitsministerium im Saarland hat auf die sich zuspitzende Infektionslage reagiert und die Corona-Ampel im Land nach Monaten wieder von Grün auf Gelb gestellt. Das bestätigte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Freitag der SZ. Hintergrund ist der aktuelle Monitoring-Bericht der Expertengruppe des Ministeriums. Diese evaluiert regelmäßig das Infektionsgeschehen und die Lage in den Kliniken.

Unmittelbare Konsequenzen für die Corona-Regeln im Saarland hat das Umstellen der Ampel nach dem Saarland-Modell zwar nicht. Bachmann sagte der SZ allerdings, man beachte die Lage jetzt „noch genauer“. Zwar seien Infektionen und Hospitalisierung im Saarland geringer als in anderen Bundesländern. „Im Moment geht das noch“, sagte sie mit Blick auf die Corona-Situation und die geltenden Regeln. Das heiße aber nicht, dass es morgen noch so sei. „Im Saarland leben wir nicht auf einer Insel. Ich glaube nicht, dass es so bleiben kann wie es ist.“ Vor allem müsse man mehr impfen: „Wir betteln um jede Impfung“, sagte die Ministerin.

Das Ministerium stehe in ständigem Kontakt mit Kassenärzten und Kliniken – auch mit Blick auf die Booster-Impfungen. Derzeit seien die niedergelassenen Ärzte in der Lage, die Impfungen vorzunehmen. Man müsse aber auch darauf vorbereitet sein, wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischungsimpfung für Menschen unter 70 Jahre empfehle und wieder deutlich mehr Injektionen verabreicht werden müssten.

Die Landesregierung hat im Frühjahr mit ihrem Saarland-Modell eine Ampel eingeführt. Einschneidende Schritte bis hin zu Lockdown-Maßnahmen sieht diese aber erst für die Stufe rot vor, die auch in der dritten Welle im Frühjahr nicht ausgerufen wurde. Die Ampelschaltung basiert auf dem regelmäßigen Monitoring-Bericht, der Neuinfektionen und aktiv Erkrankte, Sieben-Tage-Inzidenzen, entdeckte Mutationen, die Anzahl der Corona-Tests und deren Positivrate, die Impfquote, die Auslastung der Krankenhäuser und andere Faktoren berücksichtigt.