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Saarland: CDU-Politiker fordern Rückzug von Armin Laschet

Keine Lust auf ein „Weiter so“ bei Christdemokraten im Saarland : „Gescheiterter Spitzenkandidat muss sich zurückziehen“ - saarländische CDU-Politiker schießen gegen Armin Laschet

Die Kritik an CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet und der Bundesparteispitze ebbt nicht ab. Auch CDU-Politiker im Saarland fordern nun einen Neuanfang.

St. Wendels Landrat Udo Recktenwald äußerte am Dienstag auf Facebook seinen Unmut über das Wahlergebnis der CDU bei der Bundestagswahl. Nach der „schmerzlichen, deutlichen und verheerenden Niederlage“ gebe es „überhaupt nichts schönzureden“. Er forderte einen Neuanfang im Bund. Die CDU müsse als erstes die Wahlniederlage „ohne Wenn und Aber“ akzeptieren und ihre Rolle als Opposition annehmen.

 Auch die CDU-Spitze um Armin Laschet bekam ihr Fett weg, ohne namentlich genannt zu werden. „Der gescheiterte Spitzenkandidat muss sich zurückziehen und gemeinsam mit anderen den Weg frei machen für einen personellen Neuanfang auf Bundesebene“, so Recktenwald. Ähnlich sieht es Illingens Bürgermeister Armin König. Sein unmissverständlicher Appell auf Facebook: „Laschet muss gehen. Punkt.“ Im Vorfeld der Bundestagswahl hatte bereits der CDU-Ortsverbandsvorsitzende von Limbach-Altstadt, Carsten Baus, heftige Kritik an der Bundespartei geübt. Er weigerte sich Laschet-Plakate aufzuhängen.

 Nach Sicht von Recktenwald müssten die nächsten Jahre für die Erneuerung und Schärfung des inhaltlichen Profils der CDU genutzt werden. Die Parteibasis müsse künftig stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die „vielerorts erfolgreiche kommunale Arbeit der CDU“ sollte genutzt werden, um auch auf Bundesebene wieder „gute personelle und die Lebenswirklichkeit treffende inhaltliche Angebote“ machen zu können.

 Es sei „ein Stück weit normal“, dass die Wähler nach 16-jähriger CDU-Kanzlerschaft „müde“ seien und einen Neuanfang suchen würden. Recktenwald kritisierte, dass für die Zeit nach Kanzlerin Angela Merkel kein „adäquater Nachfolger“ aufgebaut wurde - wie schon zuvor bei Helmut Kohl.

 Recktenwald würden nun die Menschen leidtun, die die Wahlniederlage „ausbaden“ müssten, darunter die bisherige Abgeordnete Nadine Schön. Sie habe „hervorragende Arbeit für und im Wahlkreis St. Wendel geleistet“.

 Erfolg sei kein Selbstläufer, mahnte Recktenwald. „Die Menschen müssen uns vertrauen und es uns zutrauen. Im Saarland und im St. Wendeler Land ist dies noch der Fall, in Berlin muss es aus der Opposition heraus neu gewonnen werden.“ Mit Blick auf die kommende Landtagswahl sei das Saarland mit Ministerpräsident Tobias Hans „gut aufgestellt und könne zuversichtlich und selbstbewusst in die kommende Wahl gehen“.