Drei Tage nach Jobst Weiterer Rücktritt im Vorstand der Wagenknecht-Partei im Saarland

Exklusiv | Saarbrücken · Im neu gegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht im Saarland rumort es vernehmlich: Vor drei Tagen stellte einer der Landesvorsitzenden, Randolf Jobst, sein Amt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung. Jetzt gibt es einen zweiten Rücktritt, wie die SZ erfuhr.

Saarland: Bündnis Sahra Wagenknecht - zweiter Rücktritt im Vorstand
Foto: dpa/Michael Kappeler

Im Landesvorstand der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) gibt es einen weiteren Rücktritt: Nach Informationen unserer Zeitung hat am Montag auch der frühere Bundestagsabgeordnete Volker Schneider aus Saarbrücken sein Amt als Beisitzer im Landesvorstand des BSW niedergelegt. Dies erfuhr unsere Zeitung aus gut informierten Parteikreisen.

Zweiter Rücktritt im BSW-Vorstand im Saarland binnen weniger Tage

Der 69-jährige Schneider gehörte von 2005 bis 2009 als Abgeordneter der Linkspartei dem Deutschen Bundestag an. Im März 2022 war Schneider aus der Linkspartei ausgetreten und hatte sich im Januar dieses Jahres dem neu gegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht angeschlossen.

Volker Schneider war Beisitzer im Landesvorstand vom Bündnis Sarah Wagenknecht.

Volker Schneider war Beisitzer im Landesvorstand vom Bündnis Sarah Wagenknecht.

Foto: BeckerBredel

Am Freitag hatte der erste Rücktritt im BSW-Landesvorstand für Aufsehen gesorgt: Der Merziger Randolf Jobst, der seit Ende März neben der früheren Landtagsabgeordneten Astrid Schramm als Co-Landesvorsitzender der Partei fungierte, hatte seinen sofortigen Rücktritt aus dem Amt erklärt. Jobst begründete dies damit, dass es keine klare Ablehnung einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene durch das BSW gegeben habe.

Strittige Äußerungen über Zusammenarbeit mit AfD

Entsprechende Äußerungen nach den Kommunalwahlen im Saarland von Astrid Schramm seien erst mit mehreren Tagen Verzögerung von Schramm dementiert worden – aus Sicht von Jobst ist das unglaubwürdig. Schramm selbst hatte zurückgewiesen, sich offen für eine mögliche Kooperation mit der AfD auf kommunaler Ebene gezeigt zu haben. Jobst wiederum hatte der SZ gesagt, er habe eine klare Distanzierung auch der Bundespartei von möglichen Kooperationen erwartet. Die sei aber nicht erfolgt.