1. Saarland
  2. Landespolitik

Saarland-Brigade bereit zu schneller Hilfe mit Transport- und Sanitätskräften

Kostenpflichtiger Inhalt: Ausbreitung des Coronavirus : Saarland-Brigade bereit zu schneller Hilfe mit Transport- und Sanitätskräften

Eine mögliche Amtshilfe der Bundeswehr im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus rückt näher. Die Luftlandebrigade 1 mit mehreren Standorten in der Region bereitet sich darauf vor, zivilen Stellen „zeitnah“ zu helfen.

Die Saarland-Brigade der Bundeswehr könnte schon bald im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus eingesetzt werden. Ein Sprecher teilte der SZ mit, die Luftlandebrigade 1 mit Standorten in Saarlouis, Lebach, Merzig, Zweibrücken und Seedorf (Niedersachsen) sei darauf eingestellt, „zeitnah subsidiäre Aufgaben im Rahmen der Amtshilfe für den zivilen Sektor“ zu übernehmen. Als Beispiele nannte er sanitätsdienstliche Unterstützung oder die Bereitstellung von Transporten.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will am Mittag bekanntgegeben, wie die Streitkräfte bundesweit helfen können, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Vorab erklärte sie in einem Tagesbefehl bereits: „Was immer jetzt gebraucht wird, wenn wir helfen können, tun wir es.“

Das saarländische Innenministerium hatte am Mittwoch bereits zwei Amtshilfe-Anträge an die Bundeswehr gerichtet. Darin geht es um Unterstützung bei Corona-Tests. Konkret fragte das Ministerium nach Räumlichkeiten in Kasernen zur Entnahme von Abstrichen sowie nach Sanitätspersonal. Die Anträge wurden im Lagezentrum des Landeskommandos in Saarlouis bearbeitet und an die zuständigen Stellen der Bundeswehr weitergeleitet.

Die Bundeswehr-Dienststellen in der Region haben inzwischen die Präsenz in den Kasernen reduziert und – soweit möglich – auf Telearbeit umgestellt. Nicht zwingend für die Auftragserfüllung erforderliches Personal halte sich zu Hause bereit. „Unser Ziel ist es, damit die Angehörigen der Luftlandebrigade 1 vor einer Infektion zu schützen, um so gleichzeitig die Durchhalte- und Reaktionsfähigkeit zu erhalten“, erklärte der Sprecher der Brigade.

Die Brigade sei von den aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus ebenso betroffen wie der Rest der Bevölkerung. „Auch unter diesen besonderen Bedingungen erfüllen wir unseren Kernauftrag und erhalten unsere Führungsfähigkeit sowie Einsatzbereitschaft im Einsatz und Grundbetrieb an den Standorten der Luftlandebrigade 1.“

Zu den Aufgaben der Brigade gehören unter anderem Operationen zur militärischen Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Krisengebieten. Aufgrund der Infektionsgefahr wurden Großübungen abgesagt. Soldaten der Luftlandebrigade 1 waren beispielsweise bei der Übung „European Challenge 2020“ sowie bei „Cold Response 2020“ beteiligt.