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Saarländische Gewässer sind sauberer geworden

Zwischenbilanz aus dem Umweltministerium : Saarländische Gewässer sind wieder sauberer geworden

2020 beträgt der Anteil der Gewässer im Saarland, die in einem guten oder sehr guten Zustand sind, ein Viertel. 2012 waren es nur sieben Prozent. Dafür wurden laut Umweltminister Reinhold Jost (SPD) Kraftanstrengungen geleistet - und müssen auch weiterhin erbracht werden.

Die Qualität des Wassers im Saarland ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden, und es bildet sich jedes Jahr mehr Grundwasser nach, als verbraucht wird. Das gab Umweltminister Reinhold Jost (SPD) am Dienstag in der Landespressekonferenz bekannt, als er Zwischenergebnisse zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU vorstellte. „Wir kamen von sieben Prozent Gewässer, die sich in einem guten oder sehr guten Zustand befinden, auf aktuell bei 25 Prozent“, sagte Jost über den Vergleichszeitraum 2012 bis 2018, und sprach auch vom, aufgrund der Nitratbelastung, roten Gebiet an der Leuk.

Die Verbesserung der Wasserqualität sei eine „große Kraftanstrengung“, die aber noch nicht beendet ist. Bis 2027, im nächsten Bewirtschaftungszeitraum, wolle man den nächsten Schritt gehen, und am „Ende alle Gewässerkörper im Saarland in einen guten chemischen und biologischen Zustand zurückführen“. Dabei sei das Land als Mitfinanzierer mit in der Verantwortung, auch wenn die Verantwortung für die Umsetzung der Projekte in der Regel bei Städten und Gemeinden sowie dem EVS liege. In den vergangenen Jahren hätten für 357 Maßnahmen das Land 30 Millionen Euro und der EVS 50 Millionen Euro investiert.

Der nächste Schritt ist nun: In der kommenden Woche soll der Ministerrat den neuen, dritten Bewirtschaftungsplan der Wasserrahmenrichtlinie verabschieden. Das Ziel: Bei etwa der Hälfte der Gewässer soll der gute Zustand bis 2027 erreicht sein, wenn alle Maßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden. Bis 2027, so lautet der von der EU Kommission vorgegebene Zeitplan, sollen noch einmal mehr als 350 Maßnahmen mit einem Budget von 100 Millionen Euro angegangen werden. Beispielsweise für den Neubau von Kläranlagen oder für die Entflechtung von Grund- und Abwasser.

Ab dem 21. Januar will das Umweltministerium die Öffentlichkeit bei der weiteren Verbesserung der Qualität der saarländischen Gewässer beteiligen. Unter anderem sind breite Konsultation von Verbänden wie des Nabu oder des Städte- und Gemeindetags geplant. Aber man wolle auch um die Mitwirkung von Gruppen und Einzelpersonen werben, auch digital. Zur Information soll der Bewirtschaftungsplan auch bis zum 22. Juni zur Anhörung öffentlich ausliegen.

Jost zitierte aus dem Wasserbericht des Jahres 2019, wonach sowohl der Zustand, als auch die Verfügbarkeit des Grundwassers im Saarland gut und sehr gut seien. „Jedes Jahr bildet sich deutlich mehr Grundwasser nach als verbraucht wird“, sagte der Umweltminister. 415 Millionen Kubikmeter würden im Saarland jedes Jahr neu gebildet. Mit knapp 70 Millionen Kubikmetern wird nur etwa die Hälfte des nutzbaren Wassers entnommen, wovon rund 53 Millionen Kubikmeter in die öffentliche Wasserversorgung gehen. Der Rest verteile sich auf Brauchwasserentnahmen und die Entnahmen für Mineralwasser. Jost betonte, dass die Versorgung der Bürger mit Grundwasser gesetzlich Vorrang vor wirtschaftlichen oder allen anderen Nutzungsarten habe. Das sei ein Alleinstellungsmerkmal im Bund. „Wir haben keine Besorgnis, dass uns irgendjemand unser Wasser abgräbt“, sagte Jost, und spielte damit auf die Kritik um kommerzielle Grundwassernutzung einer Kirkeler Quelle durch eine Discounterkette an. Das saarländische Wassergesetz lasse Zustände, dass eine kommerzielle Abfüllung dazu führe, dass in Haushalten kein Wasser mehr verfügbar sein, nicht zu.

Zur geplanten Ansiedlung des Batterieherstellers Svolt gefragt, erklärte Jost, dass dies die Trinkwasserversorgung, etwa in Überherrn, nicht gefährden werde. Wieviel Wasser für welche Produktionsprozesse benötigt wird, werde derzeit im Genehmigungsverfahren ermittelt. „Wir gehen davon aus, dass in den ersten Ausbaustufen das örtliche Wasser ausreichen wird“, sagte Jost, der sich auch vorstellen kann, dass in der Folge im Verband gearbeitet werde.