Saar-Verbraucherminister macht bessere Senioren-Ernährung zur Chefsache

Kommentar : Jost weist einen Weg aus dem Einheitsbrei

Fast jeder im Saarland weiß aus eigener Anschauung, wie es um die Ernährung in Altenheimen bestellt ist. Entweder als Bewohner oder als Angehöriger. Ob und wie die alten Menschen dort ihr Essen bekommen, steht auf dem einen Blatt.

Auf dem anderen steht, welche Speisen ihnen kredenzt werden. Da gibt es zum Beispiel Joghurtbecher, deren Inhalt zum größten Teil aus Zucker in einer rötlichen Masse besteht, der „Erdbeer-Aroma“ beigefügt ist. Solche Produkte gibt es  in keinem normalen Supermarkt. Sie scheinen nur billig für Unternehmen hergestellt zu werden, die Seniorenheime beliefern. Nicht nur deshalb hat Minister Jost  Recht, wenn er den Heimen dringend rät, sich an die Qualitätnormen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung anzupassen. Wenn alle sich daran ausrichten würden, wie es bei der Schul- und Kita-Verpflegung bereits gut funktioniert, könnten die Saarländer vielleicht irgendwann auch mal in der Lebenserwartung im Bundesvergleich besser dastehen. Denn dass die Saarländer am frühesten sterben, im Schnitt zwei Jahre vor den Schwaben, liegt nicht nur am Krankheits-Erbe von Kohle und Stahl, sondern auch an teils falscher Ernährung.

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