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Saar-Sprachenrat will Schüleraustausch mit Frankreich forcieren

Frankreichstrategie des Saarlandes : Sprachenrat fordert Partnerbörse für Schüleraustausch

Die Corona-Pandemie betrifft auch den Schüleraustausch. Die meisten Schulen haben geplante Fahrten ihrer Schülerinnen und Schüler ins Ausland angesichts der ungewissen Lage abgesagt. Das ist auch ein Schlag für die auf Austausch und Begegnung angewiesene Frankreich­strategie der Landesregierung.

Wo kein Austausch, auch keine Begegnung.

Im Januar gab es eine große Tagung zum Thema „Sprachenkonzept, Mehrsprachigkeit und Frankreichstrategie“ in Saarbrücken, organisiert vom Sprachenrat Saar. Das Expertengremium stellte jetzt die Ergebnisse der Tagung mit 80 Teilnehmern (vor allem Lehrkräfte) und ihrer verschiedenen Workshops vor – und macht einen Vorschlag, um den Schüleraustausch mit Frankreich neu zu beleben: Die Schulbehörden in Saarbrücken und Nancy sollten für das nächste Schuljahr eine saarländisch-lothringische Partnerbörse vorbereiten. Gleichzeitig solle das Bildungsministerium die Zeit nutzen, um in den vergangenen Jahren neu entstandene bürokratische Hürden für den internationalen Austausch zu beseitigen und damit in Zukunft möglichst viele solcher Austausche zu ermöglichen, schreibt der Vorsitzende des Sprachenrates Wilfried Schmidt.

Der Sprachenrat drängt zudem auf die baldige, lange geplante Umsetzung der im Sprachenkonzept beschriebenen grundlegenden organisatorischen und didaktischen Reform des Französischunterrichts in der Grundschule: Alle Kinder sollen demnach Französisch ab Klasse eins lernen. Bisher ist das nur an einzelnen Schulen möglich. Schnellstmöglich solle deshalb die gemeinsame saarländisch-lothringische Ausbildung von Grundschullehrkräften umgesetzt werden – ein wichtiger Baustein der Frankreichstrategie im Bereich Bildung.

Stefanie Haberzettl, stellvertretende Vorsitzende des Sprachenrates und Professorin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaZ) an der Saar-Uni, sieht den Herkunftssprachenunterricht an saarländischen Schulen auf einem guten Weg, mahnt aber eine stärkere Integration der DaZ-Lehrkräfte in die Kollegien an. Das Prinzip des sprachsensiblen Unterrichts müsse in der Breite umgesetzt werden, damit nicht mehr nur den DaZ-Förderlehrkräften oder den Deutschlehrerinnen und -lehrern die Verantwortung für die Vermittlung der deutschen Bildungssprache auferlegt würde.

Zudem sollten verstärkt innovative Formate des Sprachenlernens zur Anwendung kommen, fordert der Sprachenrat, der im kommenden Jahr eine weitere Tagung organisieren will.