Saar-Initiative fordert von Kommunen Einsatz für Atomwaffenverbot

Saar-Initiative für Atomwaffenverbot : Aufruf für ein Atomwaffenverbot

Vier Friedens- und Klimaschutz-Gruppen fordern von Bürgermeistern Unterzeichnung des ICAN-Appells.

Das Friedensnetz Saar, Pax Christi Saar, Fridays for Future Saarland und die Kampagne „Krieg beginnt hier“ haben jetzt die Bürgermeister der Saar-Kommunen aufgerufen, den Appell der Organisation ICAN für ein weltweites Atomwaffenverbot zu unterzeichnen. ICAN, die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, hat ihren Sitz am Genfer See und ist 2017 mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Bisher haben in der Uno erst 122 Länder einen Vertrag für ein Atomwaffenverbot unterzeichnet, die Atomwaffenstaaten und auch Deutschland zählen nicht dazu.

„Atomwaffen stellen eine besondere Bedrohung für Städte und Kommunen dar. Sie sind im Ernstfall primäre Ziele eines atomaren Angriffs“, sagte Waltraud Andruet, Sprecherin des Appells der vier Gruppen an die Saar-Kommunen. Atomwaffen seien dazu konzipiert, Menschen und Infrastruktur zu vernichten. „Das Engagement von den gewählten Bürgermeistern ist wichtig, um Druck auf die Bundesregierung auszuüben, damit diese den Willen der Bürgerinnen und Bürger achtet“, betonte Andruet.

Zudem sei Krieg der größte „Klimakiller“. Seit Wochen demonstrierten und streikten weltweit hunderttausende junge Menschen für ihre Zukunft, den Klimaschutz und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, erklärte Andruet (Pax Christi/Saarwellingen). „Die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten hängt auch mit der Frage von Krieg und Frieden zusammen. Die Zerstörung der Umwelt und die Ausbeutung endlicher Ressourcen unseres Planeten gefährden den Frieden“, so Andruet. Kriege würden für den Zugang zu diesen Ressourcen und den klimaschädlichen Lebensstil der reichen Länder geführt. Kriege verbrauchten dabei selbst enorme Mengen von Treibstoffen und Energie und produzieren entsprechend viele klimaschädliche Emissionen – ganz zu schweigen von den massiven Zerstörungen und Emissionen durch die Kriegshandlungen und ihre tödlichen Folgen. Ein Beispiel für „unnötige Umweltbelastung durch Kriegsvorbereitung“ seien die tagtäglich über dem Saarland übenden Nato-Kampfjets in der Flugzone TRA-Lautern. Dort werde hochgiftiger Treibstoff in Lärm und Kohlendioxid umgewandelt. Nach der Aufkündigung des INF-Vertrages durch die USA und Russland drohe zudem ein neuer Wettlauf um Atomwaffen.

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