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Saar-Forscher sehen Corona-Lage auch im Sommer kritisch

Prognose : Saar-Forscher sehen Corona-Lage auch im Sommer kritisch

Berechnungen des Saarbrücker Professors Thorsten Lehr zeigen: Impfungen wirken sich nur langsam aus.

(byl) Die Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben im Saarland auch in den kommenden Monaten beherrschen. Das hat eine Computersimulation von Wissenschaftlern der Universität des Saarlands ergeben. Die laufenden Impfungen wirkten sich zu Beginn nur langsam aus. Erst ab dem Sommer werde die Zahl der Neuerkrankungen so stark sinken, dass das Alltagsleben wieder ohne größere Beschränkungen möglich sein werde, sagt Professor Thorsten Lehr vom Lehrstuhl für Klinische Pharmazie der Hochschule voraus. Auch sei das Risiko eines neuerlichen Lockdowns im Frühjahr noch nicht gebannt.

In ihrer Hochrechnung zur weiteren Corona-Entwicklung sind die Saarbrücker Wissenschaftler davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Impfungen bereits ab diesem Monat in ganz Deutschland verdoppeln wird, dass sämtliche der dabei verwendeten Wirkstoffe sowohl gegen das ursprüngliche Virus als auch gegen alle derzeit verbreiteten mutierten Erreger gleichermaßen gut wirken und dass dieser Schutz mindestens zwölf Monate anhält. Der Vorhersage der Pharmazeuten der Saar-Universität liegt außerdem die Annahme zugrunde, dass geimpfte Menschen den Erreger deutlich seltener übertragen können als nicht geimpfte. Diese Frage ist wissenschaftlich bisher allerdings noch nicht geklärt.

Trotz des unübersehbaren positiven Effekts der Corona-Schutzimpfung in der medizinischen Statistik zeigten die Ergebnisse der Computersimulation, „dass eine Rückkehr zum normalen Leben vor diesem Sommer nicht möglich sein wird“, sagt Thorsten Lehr. Die Pharmazeuten der Saar-Universität haben in ihrer Hochrechnung die Auswirkungen zweier Varianten der Impfung durchgespielt. „Im Juli rechnen wir im günstigsten Fall damit, dass die Inzidenz unter den Wert von 50 fällt“, sagt Thorsten Lehr.

Derweil sinkt die Corona-Inzidenz im Saarland, aber nur leicht: Der Sieben-Tage-Wert pro 100 000 Einwohner lag am Dienstag bei 121,1 (Vortag: 124,1). Gemeldet wurden 169 Neu-Infektionen und acht Tote.