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Saar-Bündnis will Schutz für Brüter und Jungtiere von März bis Juni

Bündnis Saarländischer Waldbürgerinitiativen kritisiert Saarforst : Acht Initiativen fordern ab März Abholzungs-Stopp

Das Saar-Bündnis will Schutz für Brüter und Jungtiere von März bis Juni – auch und vor allem vor der Forstwirtschaft.

Das Bündnis Saarländischer Waldbürgerinitiativen hat am Wochenende einen Abholzungs-Stopp für die Forstwirtschaft im Saarland von März bis Juni gefordert. Wie die im Bündnis zusammengeschlossenen acht Initiativen erklärten, gehe es um den Schutz der Wildtiere bei ihrem Brutgeschäft und bei der Aufzucht der Jungtiere.

Nicole Brill, Sprecherin des Bündnisses, sagte, dass nicht die Hundebesitzer den wichtigsten Störfaktor in der Frühlingszeit für die Wildtiere darstellten, sondern die Forstwirtschaft. Während Privatleute, die ab dem 1. März ihren Hecken schneiden würden, mit Bußgeldern rechnen müssten, könnten Forstunternehmen dank des „Forstbewirtschaftungsprivilegs“ ganzjährig in den Wäldern Holz ernten. Das stelle laut Gesetz eine „ordnungsgemäße Forstwirtschaft“ dar und sei kein Tatbestand eines Eingriffs nach den Naturschutzgesetzen.

„Heutzutage wird das ganze Jahr auf riesiger Fläche, auch unter Einsatz lärmender Großmaschinen geholzt. Vor allem in älteren Wäldern, die für den Artenschutz eine besondere Bedeutung haben, ist dies ein Problem für die Tiere und ihre Fortpflanzung“, erklärte Brill, die in der Bürger-Initiative „Wir für den Wald“ in St. Wendel-Winterbach aktiv ist. Selbst die Bundesregierung komme zu dem Schluss, dass die Forstwirtschaft nach der intensiven Landwirtschaft die zweithöchste Beeinträchtigung für alle Brutvogelarten nach sich ziehe. Dies belege der Vogelschutzbericht der Bundesregierung.

Das Bündnis fordert zumindest in öffentlichen Wäldern von der Forstwirtschaft einen Abholzungs-Stopp ab dem 1. März. Vor kurzem war es bereits zu einem Konflikt um eine Abholzungsmaßnahme zugunsten einer Industrie-Ansiedlung in Saarbrücken-Gersweiler gekommen.