Saar-Ärzte lehnen Grippe-Impfungen in Apotheken strikt ab

Grippeschutz : Saar-Ärzte lehnen Impfungen in Apotheken strikt ab

Die Kassenärzte halten es für unverantwortlich, wenn künftig Apotheker die Impfungen vornehmen. Die Pharmazeuten im Saarland warten erst einmal ab.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland ist dagegen, dass Apotheker künftig Grippe-Impfungen durchführen dürfen. Entsprechende regionale Modellvorhaben sind im kürzlich beschlossenen Masernschutzgesetz des Bundes vorgesehen. Impfen sei eine originäre ärztliche Aufgabe und müsse es auch bleiben, beschloss die Vertreterversammlung der Kassenärzte. Man sei daher gegen eine Aufweichung der Grenze zwischen ärztlicher und pharmazeutischer Tätigkeit.

Gerade für Risikogruppen, zum Beispiel Menschen ab 60 Jahre oder Schwangere, sei es wichtig, die Impfung von demjenigen durchführen zu lassen, der die Patienten am besten kenne, dies sei der eigene Arzt.

Zusätzlich stellten sich bei einer möglichen Impfung in Apotheken zum Beispiel Fragen nach Einhaltung von Hygienebestimmungen, nach dem Datenschutz oder der Privatsphäre des Patienten. Darüber hinaus sei abzuklären, ob eine Impfung berufsrechtlich in die Handlungskompetenz von Apothekern gehöre.

Die Vertreterversammlung der Kassenärzte fordert daher eine gemeinsame und dauerhafte Kampagne von Ärzten, Apothekern, Krankenkassen, Gesundheitsämtern und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, um Patienten zu motivieren, sich von qualifizierten Ärzten impfen zu lassen. Darüber hinaus spricht sie sich für die flächendeckende Einführung eines digitalen Impfpasses mit Erinnerungsfunktion aus.

Der Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes, Manfred Saar, zeigte sich zurückhaltend. Grundsätzlich begrüße er es, wenn sich auf diesem Wege mehr Menschen gegen Grippe impfen ließen. „Wir warten aber erst einmal ab, was sich auf Bundesebene tut“, sagte Saar. Ohnehin müsste im Saarland erst einmal die Satzung der Apothekerkammer geändert werden, die es Apothekern verbietet, ärztliche Tätigkeiten auszuüben. Eines aber ist Kammer-Präsident Saar wichtig: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu den Ärzten.“