Rehlinger will das Fahrrad im Alltag etablieren

Verkehrsministerin beim ADFC : Rehlinger will das Fahrrad im Alltag etablieren

Das Verkehrsministerium möchte den Radverkehr im Saarland weiter voranbringen. Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) bekräftigte bei der Jahreshauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) das Thema Radverkehr nicht nur in Diskussionen, sondern auch in der Umsetzung an erste Stelle zu setzen.

Dies wolle man erreichen, indem man Personal und Finanzen aufstocke, das Planungsverfahren verkürze und neue Mitstreiter in den Kommunen gewinne, führte Rehlinger aus.

Im Blickpunkt der Radverkehrsstrategie des Saarlandes steht nach Angaben der Ministerin die Verbesserung des Alltagsradverkehrs. Nach einer Expertenschätzung im Auftrag des Umweltbundesamtes ist die Hälfte aller mit dem Auto zurückgelegten Strecken kürzer als fünf Kilometer. Wenn es um das Potenzial dieser Strecken gehe, so Rehlinger, müsse man sich darüber im Klaren sein, dass man sich vor allem innerhalb der Kommunen bewege. Rehlinger hofft, dass sie Mitstreiter in den Kommunen gewinnt, die den Alltagsradverkehr verbessern. „Das sind dann auch die Umsetzer. Die wollen wir aber nicht alleine lassen“, sagte Rehlinger. Laut Ministerin hat die Landesregierung sowohl im Verkehrsministerium als auch im Landesbetrieb für Straßenbau das Personal aufgestockt. Bisher wurden demnach zwei Stellen geschaffen, eine weitere Person soll bis Ende dieses Jahres eingestellt werden. Die 2014 gegründete AG Alltagsradverkehr wertete sie als „entscheidenden Schritt bei der Gewinnung der Kommunen“. Rehlinger kündigte zugleich an, das Gremium „in die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen mit eigener Geschäftsstelle umzuwandeln“.

Rehlinger erklärte, dass sie den Landesbetrieb für Straßenbau anders aufstellen und in Landesbetrieb für Mobilität umbenennen wolle. Der Betrieb solle „mit einem völlig anderen Selbstverständnis versehen“ werden, das man aber nicht verordnen könne. Der Zeitpunkt dafür sei günstig, denn die Infrastrukturgesellschaft des Bundes erfordere eine entsprechende Neuaufstellung.

Die Ministerin hob hervor, das größte Anliegen sei, dass bei jeder Straßenbaumaßnahme „das Thema Radwegebau sofort mitzudenken und mit umzusetzen“. Dort, wo noch keine Radwege gebaut seien, sollten diese in die Planung aufgenommen werden. Nach aktuellem Stand sind ein Viertel der Landes- und Bundesstraßen im Land mit Radwegen ausgestattet. „Wir sind an dieser Stelle nicht die schlechtesten“, so Rehlinger.

Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz verwies darauf, dass momentan mehr Geld da sei als in der Vergangenheit. Rehlinger: „Jetzt müssen wir nur dafür sorgen, dass wir die Mittel auch verbaut bekommen“ Insgesamt sind für das laufende und das kommende Jahr rund zwei Millionen Euro für den Radverkehr im Landeshaushalt eingeplant, hieß es.

Die Fahrradministerin informierte auch über den Zwischenstand in Sachen des geplanten Radschnellweges zwischen Saarlouis, Völklingen, Saarbrücken/Universität und St. Ingbert/Dudweiler. Dem Saarland stünden aus einem 25-Millionen-Programm des Bundes 0,7 Prozent der Mittel zur Verfügung, so Rehlinger. Das Entscheidende sei jetzt, dass man „eine Trasse findet, die den dafür notwendigen Kriterien entspricht“. Genauere Antworten dazu erwarte sie von der für Ende dieses Jahres vorliegenden Machbarkeitsstudie.

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