Parteitag: Wahl von Anke Rehlinger aus dem Saarland zur SPD-Vize offenbar sicher

Parteitag in Berlin : Wahl von Rehlinger zur SPD-Vize offenbar sicher

Vier Kandidaten bewerben sich am Freitag um drei Vize-Posten der Bundes-SPD. Die Wahl von Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ist aber wohl nicht gefährdet.

Die saarländische SPD-Vorsitzende Anke Rehlinger kann sich ihrer Wahl zur Vize-Chefin der Bundespartei offenbar sicher sein. Zwar hatten bis gestern Abend mit der Saar-Wirtschaftsministerin, Juso-Chef Kevin Kühnert, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sowie Klara Geywitz vier Bewerber ihren Hut für drei Vize-Posten in den Ring geworfen.

Wie die Saarbrücker Zeitung aus Parteikreisen erfuhr, wird es bei der Wahl Rehlingers aber voraussichtlich keinen Gegenkandidaten geben. Auch die als Tandem-Partnerin von Bundesfinanzminister Olaf Scholz im Rennen um die Parteivorsitz knapp gescheiterte Geywitz wird wohl in ihrem Wahlgang einzige Bewerberin bleiben.

Hintergrund ist, dass neben dem Posten des Generalsekretärs auch andere Funktionen in der Parteispitze mit Männer besetzt sind und damit weder Heil noch Kühnert oder andere männliche Bewerber direkt gegen die beiden weiblichen Vize-Kandidaten antreten werden. Am Donnerstagabend zeichnete sich damit ab, dass die Entscheidung um den dritten Vize-Posten zwischen Kühnert und Heil in einer direkten Kampfabstimmung fällt. Als möglich galt auch noch, dass die Zahl der Stellvertreterposten auf vier erweitert wird, um diese Konfrontation zu vermeiden. Denn befürchtet wurde, dass sie als symbolische Abstimmung des Parteitages über einen pragmatischen Kurs des Groko-Ministers Heil oder einen Linkskurs mit Kühnert verstanden wird.

Rehlinger, die keinem Lager in der SPD zugerechnet wird, hatte am Mittwoch ihren Hut für die Wahl der stellvertretenden Parteivorsitzenden in den Ring geworfen. Es sei eine „große Ehre“, dass sie viele angesprochen hätten, „ob ich mehr Verantwortung für die Bundespartei übernehmen kann“. Sie verbinde mit der Kandidatur die Hoffnung, in der engeren Parteiführung die Themen Industriepolitik, gute Arbeit und fairer Lohn, Investitionen in Zukunft und Gerechtigkeit bei Rente und Steuern stärker einbringen zu können. Ihr Fokus bleibe das Saarland, „aber ich bringe vom Saarland noch etwas mehr in Berlin ein, zum Beispiel meinen Einsatz für die heimische Industrie“, erklärte sie.

Beim Parteitag der SPD in Berlin soll am Freitag zunächst das neue Führungsduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gewählt werden. Das gilt nach einem Votum der Mitglieder für das Duo als reine Formsache.