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Ottweiler Klinik soll bis Jahresende schließen

Kostenpflichtiger Inhalt: Pläne von Marienhaus : Ottweiler Klinik soll bis Jahresende schließen

Der Umzug der verbliebenen Betten nach St. Wendel stand bereits seit Februar fest. Nun werden weitere Details bekannt.

Der Zeitpunkt für die Schließung der Marienhausklinik Ottweiler steht nun fest. Nach Angaben des Trägers Marienhaus soll der Umzug der verbliebenen Betten in das Marienkrankenhaus St. Wendel bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Bislang hatte es Marienhaus vermieden, ein festes Datum zu nennen.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es nach Angaben von Marienhaus nicht geben. Dies hatte der Träger bereits im Februar angekündigt und wurde in der Mitarbeiterzeitung jetzt noch einmal bekräftigt.

Marienhaus hatte die Schließung mit dem hohen Sanierungsstau begründet. Ein Gutachten im Auftrag des Gesundheitsministeriums hatte ihn 2017 bis zum Jahr 2025 auf 25 Millionen Euro beziffert. Als weiteren Grund hatte das Unternehmen die verschärften Vorgaben des Bundes angegeben, die besonders den kleineren Krankenhäusern das wirtschaftliche Überleben schwer machen.

Die Gefäßchirurgie und die Orthopädie/Unfallchirurgie waren bereits Ende März nach St. Wendel umgezogen. Die Marienhausklinik wurde damals zur Corona-Klinik umgebaut, die umliegende Kliniken von der Versorgung von Corona-Patienten möglichst lange entlasten soll. Nur die Kardiologie blieb mit einer eigenen kleinen Intensiv- und Intermediate-Care-Einheit am Standort Ottweiler. Für sie und das Herzkatheterlabor muss in St. Wendel erst Platz geschaffen werden. Dies soll nach Angaben von Marienhaus gegen Ende des Jahres der Fall sein.

Wie das Klinikgebäude in Ottweiler künftig genutzt wird, soll jetzt mit dem Gesundheitsministerium besprochen werden.

Weiter offen ist hingegen, wie es mit dem Krankenhaus in Lebach weitergeht. Die Cusanus-Trägergesellschaft (ctt) und ihre Gesellschafterin, die Hildegard-Stiftung, haben sich bislang nicht zu ihren Plänen geäußert. Der Aufsichtsrat der ctt hat der Geschäftsführung am 5. März ein Mandat erteilt, um mit Mitarbeitervertretung und Banken ein „Schließungsszenario“ auszuhandeln. Die Landes- und die Kommunalpolitik dringen auf Klarheit.