Oskar Lafontaine prangert bei Neujahrsempfang Kriegshetze und Waffenexporte an.

Neujahrsempfang der Saar-Linken : Lafontaine fordert ein völliges Plastik-Verbot

Beim Neujahrsempfang der Saar-Linken prangerte Oskar Lafontaine gewohnt kämpferisch Waffenexporte, Krieg und die atomare Bedrohung in der Welt an. Sicherheit in Europa gebe es nur mit Russland, rief der 76-Jährige.

Volles Haus beim Neujahrsempfang der Saar-Linken im Landtagsrestaurant, obwohl Oskar Lafontaine diesmal ohne Ehefrau Sahra Wagenknecht als Publikumsmagnet kam: Rund 200 Besucher, angefangen von der Leiterin des Katholischen Büros im Saarland, Katja Göbel, über viele Gewerkschafter, Politiker und andere Kirchenvertreter bis hin zu Schriftsteller Alfred Gulden und kostümierten Fastnachtern der Ottweiler Bürgergarde, versammelten sich dazu am Donnerstagabend im Parlamentsgebäude. Sie erlebten, wie der inzwischen 76-jährige „Oskar“ zwar längst nicht mehr so keck-flott wie einst auf das Rednerpodium sprang, mit seiner gewohnt kämpferischen Rede für eine bessere Umwelt-, Friedens- und Sozialpolitik aber dennoch immer wieder Beifallsstürme im Publikum auslöste. „Waffenexporte und Krieg haben noch nie zu Frieden geführt“, kritisierte Lafontaine die „enorme Propaganda und richtige Kriegshetze in unserem Land“.

Die Repräsentanten der Kirchen und „erstmals auch Vertreter der CDU-Fraktion“ beim Saar-Linken-Empfang begrüßte Lafontaine als selbst ernannter Verfechter des christlichen Lebens, weil er sich seit jeher gegen Krieg und Waffenexporte verpflichtet fühle. „Klimaschutz ist eine wirkliche Verpflichtung, aber wichtiger ist es, die atomare Bedrohung zu beseitigen“, betonte der Linken-Fraktionschef: „Sicherheit in Europa kriegen wir nicht gegen Russland, sondern nur mit Russland.“ Was man brauche, sei eine „Politik der guten Nachbarschaft“. Zur besseren Umwelt- und Klimapolitik forderte Lafontaine unter anderem ein völliges Plastik-Verbot mit Übergangsfristen, zur Bewältigung des wirtschaftlichen Umbruchs im Saarland ein besseres soziales Netz für die Betroffenen. Zu seiner Regierungszeit seien Stahlarbeiter und Bergbaubeschäftigte besser abgesichert gewesen. Damit das Saarland wieder mehr wirtschaftlichen Anschluss an die anderen Bundesländer schaffe, müsse zudem die Investitionslücke von jährlich 300 Millionen Euro im Land („300 Euro pro Kopf“) beseitigt werden. Lafontaine-Ehefrau Sahra Wagenknecht, die zur gleichen Zeit bei einer Veranstaltung der „Aufstehen“-Bewegung in Leipzig sprach, kommt am nächsten Mittwoch, 22. Januar, 19 Uhr, zu einer Veranstaltung in die Saarbrücker Congresshalle.