ÖPNV: Bus und Bahn sollen im Saarland billiger werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Vereinfachte Tarife : Billigere Fahrkarten bei Bus und Bahn im Saarland – Debatte darüber zieht sich hin

Die Tarifsysteme straffen, das unübersichtliche und kaum nachzuvollziehende Wabensystem reformieren: Diese Mammutaufgabe muss zwischen zahlreichen Beteiligten ausbaldowert werden.

Noch immer diskutierten die Verantwortlichen über ein neues Tarifmodell für den Saarländischen Verkehrsverbund (Saar-VV). Greifbare Ergebnisse liegen nach wie vor nicht auf dem Tisch. Nur ein Vorschlag, den ein Beraterunternehmen erarbeitet hat. Sollte es aber so umgesetzt werden, wäre dies ein finanzieller Meilenstein für die Kunden. Insbesondere Besitzer von Abokarten würden profitieren.

Neues System würde mehr kosten

Was die Entscheidung darüber indes so kompliziert macht: Wer käme für die Kosten auf? Das saarländische Verkehrsministerium, in dessen Obhut die Pläne liegen, rechnet in diesem Fall mit jährlichen Mehrausgaben für den öffentlichen Personennahverkehr von fünf bis zehn Millionen Euro. Viel Geld für ein ohnehin klammes Land.

Viele Ansprechpartner

Außerdem gibt es einen immensen Abstimmungsbedarf, weil viele Partner daran beteiligt sind: private Anbieter, kommunale Unternehmen, Städte, Gemeinden, Kreise, die Landesregierung. All sie müssen unter eine Hut gebracht werden, um die Pläne mitzutragen. Die Idee, die hinter all dem steckt: Das bislang eher komplizierte und unübersichtliche Wabenkonstrukt, nachdem die Tarife bemessen werden, soll entwirrt werden.

Doch bis es soweit ist, wird wohl noch eine Weile vergehen. Julian Lange, Pressesprecher im Verkehrsministerium, geht davon aus, dass es mindestens 2021 wird, bis das neue Tarifmodell umgesetzt wird. Zum Jahresbeginn setzten die Initiatoren noch auf eine mögliche Umsetzung 2020.

Ministerin sieht erhebliche Vorteile

Unterdessen wirbt Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) für das Projekt. „Wir wollen das Tarifsystem einfacher, besser und günstiger machen.“ Das komplizierte Wabensystem soll mit Flatrates verschwinden. Das bedeutet: ein Tarif fürs ganze Land für unbegrenzt viele Fahrten. Außerdem ist Rehlinger der Auffassung, dass günstigere Tarife dazu führen können, „dass mehr Menschen mit Bus und Bahn fahren“. Das wirke sich positiv aufs Klima aus. Ziel sei es somit, Bus und Bahn attraktiver zu machen. Zurzeit lassen die meisten im Land den öffentlichen Transport eher links liegen und nutzen ihr eigenes Auto.

Für diese Idee müsse das Land zusätzlich Geld aufbringen. Rehlinger ist jedoch überzeugt: „Ich glaube, dass sich Investitionen in diesem Zukunftsbereich außerordentlich lohnen und werbe deshalb dafür, hier mehr Geld ins System zu geben.“ Hier sei zunächst das Wirtschaftsministerium gefordert, heißt es dazu aus dem CDU-geführten Finanzministerium auf Anfrage. Allerdings ist vorgesehen, Arbeitgeber finanziell einzubeziehen, um beispielsweise preiswertere Job- und Auszubildendentickets anzubieten. Ein Datum, bis wann die Beteiligten sich einigen wollen, steht noch nicht fest. Im Januar hatte Anke Rehlinger das Projekt vorgestellt, mit dem die Dresdner Marketing-Beratung Probst & Consorten beauftragt worden war.

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