Neunkircher Rathauschef Aumann schreibt nach Überfällen an Bouillon

Kostenpflichtiger Inhalt: OB Aumann will mehr Polizeipräsenz : Neunkircher Rathauschef schreibt nach Überfällen an Bouillon

Der Neunkircher Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD) hat die Sicherheitsdebatte um die Städte im Saarland neu entfacht.

Der Rathauschef, seit Oktober im Amt, hat sich in einem Brief an Innenminister Klaus Bouillon (CDU) gewandt. Der Anlass sind zwei Raubüberfälle auf Frauen im Zentrum der zweitgrößten Stadt des Saarlandes. Zwar sei die Zahl der registrierten Straftaten in der Innenstadt im vergangenen Jahr um elf Prozent zurückgegangen, erklärte Aumann. Aber viele Menschen fühlten sich in Neunkirchen nicht mehr sicher.

Hier sieht der Sozialdemokrat die Polizei in der Pflicht. Sicherheit könne nur die Vollzugspolizei des Landes gewährleisten, so der Oberbürgermeister. Notwendig erscheine ihm, die Polizeipräsenz in der Innenstadt zu erhöhen – insbesondere am Wochenende. Das Ministerium erklärte, dass das Schreiben am Mittwoch eingegangen sei. Der Inhalt soll nun intern bewertet werden.

Das Ministerium und die Kreisstadt hatten bereits im Januar 2017 eine sogenannte Sicherheitspartnerschaft vereinbart. Aumann wünscht sich, dass die Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) noch enger zusammenarbeiten. Die aktuellen Vorkommnisse machten es notwendig, die Kooperation zu intensivieren und auszubauen, sagte der Verwaltungschef. Er schlägt unter anderem mehr gemeinsame Streifengänge vor.

Aumann ist nicht der erste Oberbürgermeister, der sich in einem Schreiben an Bouillon wendet. Im vergangenen Juli hatte Peter Demmer (SPD) einen „Brandbrief“ an den Minister gerichtet. Nach ihm meldete sich auch der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) zu Wort. Er forderte härtere Strafen bei Gewalttaten im öffentlichen Raum.