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Neue Fallzahlen: Über 300 Corona-Fälle und erster Todesfall im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Neue Fallzahlen : Jetzt über 300 Corona-Fälle und ein erster Toter im Saarland

Am Samstagabend bestätigte das Gesundheitsministerium einen ersten Todesfall in der Region. Die SZ zeigt mit aktuellen Grafiken, wie sich das Coronavirus in der Region ausbreitet – und wie sich die Infektionen über das Land verteilen.

Im Saarland steigen die Infektionszahlen weniger stark an als im benachbarten Rheinland-Pfalz. Dort verzeichneten die Behörden einen Sprung von 890 auf 1062. Doch ist auch im Saarland gegenüber dem Vortag ein deutlicher Zuwachs zu beobachten. Eine Umfrage unserer Zeitung bei den lokalen Gesundheitsbehörden hatte am Freitag eine Fallzahl von 268 ergeben, heute Nachmittag gab das zuständige Ministerium dann 285 an. Hinzu kommen nun 16 Infektionen aus dem Kreis Saarlouis (Stand: 16 Uhr), wo 46 Menschen erkrankt sind. Somit erhöht sich die Zahl der Corona-Fälle landesweit auf 301. Zum Vergleich: Vor vier Tagen waren in der Region erst 146 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert.

Am Samstagabend bestätigte das Gesundheitsministerium in Saarbrücken einen ersten Todesfall im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Es handele sich um einen älteren Mann mit Vorerkrankungen. Nach SZ-Informationen war am Freitag auf einer onkologischen Station des Uniklinikums in Homburg ein über 80 Jahre alter Patient gestorben. Ein nach seinem Tod durchgeführter Test soll eine Infektion mit dem Coronavirus ergeben haben.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gab am Freitagabend in einer Sondersendung des ZDF zur Corona-Krise eine besorgniserregende Prognose für die nächsten Tage ab. „Wir wissen, wir werden aufgrund des Infektionsgeschehens am 23. März 1000 Fälle haben, am 30. März 10 000 Fälle“, sagte Hans.

Mit ähnlichen Fallzahlen rechnete Magnus Jung (SPD), der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Landtag. Das Gesundheitsministerium hatte gegenüber dem Ausschuss angegeben, die Ansteckungen im Saarland verdoppelten sich alle 2,2 Tage. „Es ist eine einfache Modellrechnung“, sagte der Sozialdemokrat. „Wenn man mit den Statistiken weiterrechnet, gibt es zum Monatsende 8000 oder 9000 Infizierte.“

Legt man die vom Ministerium genannte Steigerungsrate zugrunde, hätte die Ansteckungszahl am Samstag höher ausfallen müssen. Jedoch gibt es kein Anzeichen dafür, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt. Eher dürfte der Ansturm auf die Teststationen im Saarland dafür sorgen, dass Infektionen langsamer festgestellt werden. Bereits am Dienstag hatte Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts in Berlin, limitierte Testkapazitäten als einen Grund für trügerische Zahlen angeführt. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Fallzahlen wesentlich höher sind“, hatte Wieler mit Blick auf ganz Deutschland gesagt.

Für bundesweite Irritationen sorgten am Sonntag die aktuellen Zahlen des RKI, das 18 610 Infizierte vermeldete. Gegenüber den vorherigen Tagen hätte das einen langsameren Anstieg der Fallzahlen bedeutet, doch stellte das Institut unter Verweis auf die Gesundheitsämter klar: „Am aktuellen Wochenende wurden nicht aus allen Ämtern Daten übermittelt, sodass der hier berichtete Anstieg der Fallzahlen nicht dem tatsächlichen Anstieg der Fallzahlen entspricht.“ Die Daten würden am Montag nachübermittelt werden. Allerdings weist die Statistik aus Berlin für das Saarland schon seit geraumer Zeit deutlich niedrigere Werte aus, als das Gesundheitsministerium in Saarbrücken meldet.

Wie sieht es im Saarland aktuell in den Landkreisen und im Regionalverband Saarbrücken aus? In der Landeshauptstadt und deren Umland waren am Samstag (15 Uhr) insgesamt 114 Infektionsfälle bekannt, zwölf mehr als am Vortag. Dahinter kommt Saarlouis mit 46 bestätigten Corona-Fällen, dicht gefolgt von St. Wendel (45) – dem Landkreis mit der kleinsten Bevölkerungszahl im Saarland. Im Saarpfalz-Kreis sind nach Angaben des Ministeriums jetzt 43 Ansteckungen nachgewiesen, in Neunkirchen liegt der Wert bei 34. Die niedrigste Fallzahl weist mit 19 weiterhin der Kreis Merzig-Wadern auf.