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Nach Schleswig-Holstein: Saarland disktuiert Abitur ohne Prüfung in Corona-Krise

Kostenpflichtiger Inhalt: Wegen Corona-Schulausfall : Saarland diskutiert jetzt Abitur ohne Prüfung

Schleswig-Holstein will wegen Corona das Abi ohne Prüfung verleihen. Auch im Saarland wird das jetzt diskutiert.

Das Saarland hält „derzeit“ daran fest, dass an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen die Abiturprüfungen am 25. Mai beginnen.  Im Bildungsministerium berate aber angesichts der Corona-Krise und der landesweiten Schulschließung  „täglich ein Krisenstab über die neuen Entwicklungen – auch was die Prüfungen angeht“, sagte Ministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) am Dienstag auf Anfrage der SZ. Hintergrund sind massive Forderungen von Schülern bundesweit, in diesem Jahr auf die Prüfungen zu verzichten und das Reifezeugnis auf Basis der Vornoten auszustellen. Schleswig-Hol­stein will eine solche Lösung als erstes Bundesland an diesem Mittwoch beschließen. Im Saarland forderte die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Birgit Jenni, am Dienstag ein bundeseinheitliches Vorgehen.

Marcus Hahn, Vorsitzender des saarländischen Philologenverbandes, wollte einen Schulabschluss ohne abschließende Prüfung nicht ganz ausschließen. Allerdings wandte er ein, dass gerade die Prüfung die Studierfähigkeit der Schüler teste. Er warnte aber vor Halsstarrigkeit in dieser Frage. Lisa Brausch vom saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) wies auf mögliche Ungerechtigkeiten für jene Schüler hin, die durch die Prüfungen ihren Notenschnitt verbessern wollen. Auch der Landesschülersprecher Usamah Hammoud warnt vor dieser Gefahr und bezeichnete das schleswig-holsteinische Modell als Notlösung. Allerdings unterstützen bereits zehntausende Schüler in einer Online-Petition das aus Vornoten errechnete „Durchschnittsabitur“.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) hält „derzeit“ an Abi-Prüfungen fest. Foto: Christian Hell

Ministerin Streichert-Clivot bekräftigte, dass Schülerinnen und Schülern kein Nachteil entstehen dürfe. „Deshalb werden auch flexible und vor allem pragmatische Lösungen notwendig sein, die mit pädagogischem Augenmaß umzusetzen sind“, erklärte sie gegenüber der SZ.