Ministerium strich Züge von Saarbrücken nach St. Wendel

Zu wenige Bahnkunden : Ministerium strich Züge von Saarbrücken nach St. Wendel

Ab Dezember fahren an Samstagen weniger Regionalbahnen zwischen Saarbrücken und St. Wendel. Nun äußert sich das Verkehrsministerium zu den Hintergründen.

Die Saar-Grünen sprechen von einem „Zugkahlschlag“, für das Verkehrsministerium ist es eine Frage der Wirtschaftlichkeit: Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember fällt auf der Bahnlinie RB 73 von Saarbrücken über St. Wendel nach Neubrücke an Samstagen die Hälfte der Züge weg (wir berichteten). Grünen-Landeschef Markus Tressel hatte die Streichung der Regionalbahnen im neuen Fahrplan entdeckt.

Offenbar steht die Ausdünnung des Angebots am Wochenende bereits seit vier Jahren fest. Das hat das Haus von Anke Rehlinger (SPD) am Mittwoch erklärt. Für die Verkehrsministerin kommt der Fahrplanwechsel dennoch zur Unzeit. Sie will derzeit den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Saarland attraktiver machen. Wie passt dazu der Wegfall von Zügen? In einer ersten Stellungnahme hatte ihre Behörde von „geringer Nachfrage“ gesprochen. Das untermauert man nun mit Zahlen: Die Auslastung der an Samstagen wegfallenden Regionalbahnen zwischen Saarbrücken und St. Wendel war laut Ministerium im Schnitt nur halb so hoch wie wochentags. Durchschnittlich belief sie sich auf 15 Prozent – in absoluten Zahlen: 31 Fahrgäste. Daher strich das Ministerium die Fahrten am Wochenende bei der Neuausschreibung.

Den Zuschlag erhielt 2015 der private Bahnanbieter Vlexx – für die RB 73 und drei weitere Linien. Vlexx übernimmt die Linien im Dezember für 15 Jahre. Es geht um 2,3 Millionen Zugkilometer jährlich. In diesem Rahmen könnte das Ministerium die Frequenz der Züge bei steigender Nachfrage auch wieder erhöhen. Was das Land an Vlexx zahlt, darüber schweigt man. Das Geld für die Regionalbahnen kommt vom Bund. Bisher betrieb Vlexx den Regionalexpress RE 3 von Saarbrücken nach Frankfurt.

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