Millionenklage gegen Ex-LSVS-Geschäftsführer im Finanzskandal

Finanzskandal : Millionenklage gegen Ex-LSVS-Geschäftsführer

Im Finanzskandal um den Saar-Sportverband sollen der frühere Angestellte Paul H. und eine Prüfgesellschaft zur Kasse gebeten werden.

Der saarländische Landessportverband (LSVS) will in der Finanzaffäre seinen Ex-Hauptgeschäftsführer Paul H. und frühere Wirtschaftsprüfer in Regress nehmen. Bereits Ende Oktober hat der Sportverband beim Arbeitsgericht Saarland eine Klage gegen beide eingereicht. Es geht um eine Forderung in Höhe von 10,2 Millionen Euro. Das hat der LSVS am Sonntag mitgeteilt.

In der Klageschrift soll H. und der Prüfgesellschaft aus Saarbrücken vorgeworfen werden, die Jahresabschlüsse des LSVS von 2009 bis 2016 manipuliert zu haben. Daneben sollen die Prüfer falsche Testate erteilt und gegen eine Vielzahl handelsrechtlicher Vorschriften verstoßen haben. In der Finanzaffäre gelten die Bestätigungsvermerke in den Jahresabschlüssen als Schlüsseldokumente. Auf sie beriefen sich etliche LSVS-Verantwortliche.

Michael Blank, der Sanierer des Landessportverbandes. Foto: BeckerBredel

Nun begründet der LSVS seine Millionenklage mit den Testaten, weil die Jahresabschlüsse durch diese „kein zutreffendes Bild“ der Finanzlage hätten vermitteln können. „Es wurde hierdurch eine positive Grundstimmung bei den Entscheidungsträgern jenseits der Realität erzeugt“, so LSVS-Präsident Adrian Zöhler und der Sanierungsexperte Michael Blank in einer Pressemitteilung. Notwendige Sanierungsmaßnahmen seien über Jahre nicht eingeleitet worden. Dadurch soll dem LSVS allein von 2014 bis 2017 ein Schaden von 9,2 Millionen Euro entstanden sein. Weiter reicht die Klage wegen der Verjährung nicht zurück.

„Ich bin froh, dass wir beim Regress jetzt erstmals handeln konnten“, sagte Zöhler am Sonntag. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung prüft der Verband weitere Ansprüche gegen andere Personen.

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