Scharfe Kritik an Stiftung Saarländischer Kulturbesitz „Provinziell“, „unangemessen“, „antisemitisch“ – das sagt Künstlerin Candice Breitz zur Ausstellungs-Absage

Exklusiv | Saarbrücken/Berlin · Die Künstlerin Candice Breitz fährt scharfes Geschütz auf gegen die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und die „Selbstgerechtigkeit der Deutschen“. Im Interview wird Breitz klar, warum sie manche Vorwürfe für Verleumdung hält.

Die jüdische Künstlerin Candice Breitz – hier bei einer Ausstellung im Museum Folkwang – wurde vom Saarland ausgeladen, weil sie sich Israel-kritisch positioniert. Das sorgt für Wirbel.

Die jüdische Künstlerin Candice Breitz – hier bei einer Ausstellung im Museum Folkwang – wurde vom Saarland ausgeladen, weil sie sich Israel-kritisch positioniert. Das sorgt für Wirbel.

Foto: IMAGO/funke foto services/imago stock

Im Saarland läuft seit Tagen eine Debatte über die Absage einer Candice-Breitz-Ausstellung, die die Vorständin der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Andrea Jahn, 2024 in der Saarbrücker Modernen Galerie realisieren wollte. Nach einer Kuratoriumssitzung unter der Leitung der saarländischen Kultusministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) wurde das Projekt am 24.11. von Jahn zurückgezogen. Wir baten die in Berlin lebende jüdische Künstlerin zu Wochenbeginn um ein Interview, das sie jetzt ergänzt und frei gegeben hat. Breitz bleibt unter anderem bei ihrer Darstellung, Jahn habe die Absage rückgängig machen wollen. Außerdem verurteilt sie die Hamas. Auf Wunsch von Breitz dokumentieren wir die schriftlich formulierten Fragen und Antworten in vollem Wortlaut, obwohl manches bereits durch die laufende Berichterstattung und durch Stellungnahmen von Jahn oder der Ministerin öffentlich wurde.