Mehr Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland geplant

Frauenhäuser und Beratungsstellen : Mehr Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt im Saarland geplant

In Deutschland fehlen derzeit 13 000 Plätze in Frauenhäusern – auch im Saarland gibt es Engpässe. Dagegen will die Politik nun etwas tun.

Am Aktionstag gegen Gewalt an Frauen hat das saarländische Familienministerium angekündigt, Hilfen für die zumeist weiblichen Opfer häuslicher Gewalt ausbauen zu wollen. „In den kommenden Jahren wollen wir schwerpunktmäßig die Schutz- und Hilfsangebote für bestimmte Zielgruppen wie behinderte oder suchtkranke Frauen verbessern“, teilte die Behörde mit. Zudem wolle man eine ambulante Betreuung für die Zeit nach einem Aufenthalt im Frauenhaus aufbauen.

Im Saarland gibt es drei Frauenhäuser – in Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen – mit insgesamt 55 Plätzen. Eine weitere Schutzeinrichtung in Saarbrücken, die vor allem den Bedürfnissen von psychisch kranken Frauen gerecht wird, bietet zusätzliche 16 Plätze. Die Kapazitäten seien „grundsätzlich auskömmlich“, so das Ministerium. Die Auslastung liege bei etwa 90 Prozent. Es komme aber vor, dass eine Frau wegen Vollbelegung nicht im Frauenhaus ihrer Wahl aufgenommen werden könne und daher in ein anderes saarländisches Frauenhaus oder in ein anderes Bundesland weiterverwiesen werden müsse. 2018 geschah das in 68 Fällen.

In Deutschland gibt es laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) statt der benötigten 20 000 Plätze in Frauenhäusern nur 7000. Der Bund will deshalb 120 Millionen Euro investieren. Giffey startete zudem die Initiative „Stärker als Gewalt“, die das Problem stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken soll.

Bundesweit waren nach Zahlen des Bundeskriminalamtes 2018 insgesamt rund 140 755 Menschen von Gewalt in Partnerschaften betroffen. Der Anteil der Frauen lag bei 81,3 Prozent. Im Saarland wurden im vergangenen Jahr laut Polizei 2699 Menschen Opfer von häuslicher Gewalt, darunter 2020 Frauen (74,84 Prozent).

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