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Mathe-Abitur war nach Bildungsminister im Saarland etwas zu umfangreich

Mathe-Abi im Saarland : Experten im Bildungsministerium werten Aufgabenfülle „etwas zu umfangreich“

Ergebnis der Korrektoren: Anforderungsniveau anspruchsvoll, aber noch angemessen. Darauf werden Klausuren nach milderer Bewertungstabelle benotet.

Um Schüler nicht zu benachteiligen, wendet das Bildungsministerium eine neue Bewertungstabelle bei der Benotung der Abiturklausuren im Fach Mathematik an. Entsprechende Informationen hat am Freitag (31. Mai) ein Ministeriumsprecher schriftlich bestätigt. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sei eine Prüfung und Beratung durch Experten gewesen, nachdem die Erstkorrektoren festgestellt hatten: Das Anforderungsniveau sei anspruchsvoll, „aber noch angemessen, und insgesamt etwas zu umfangreich gewesen“. Deshalb soll eine „mildere“ Skala angewandt werden, wie es bereits in anderen Bundesländern Usus sei. In der Mitteilung ist dabei von einem „fairen Maßnahmepaket“ die Rede, um eine Schlechterstellung saarländischer Schüler auszuschließen. Ungeachtet der angepassten Notenvergabe stehe es den Abiturienten darüber hinaus offen, über eine mündliche Prüfung ihre Note zu verbessern.

Von dieser Entscheidung sind nach Angaben aus dem Ministerium im Saarland nahezu alle 3450 Schüler betroffen, die in diesem Jahr die Abiturprüfung ablegten.

Nach den Klausuren hatte es Schülerproteste in elf Bundesländern gegeben, weil die Betroffenen Aufgaben für zu schwierig einstuften. Wie der saarländische Ministeriumssprecher berichtet, habe sich deshalb die Kultusministerkonferenz der Länder abermals mit dem Mathe-Abi befasst. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Länder unter anderem unterschiedlich stark auf einen gemeinsamen Pool an gesammelten Aufgaben zurückgreifen. Auf den greife das Saarland seit 2017 auch zu, um die Klausuren auszugestalten. Wenn aufgrund dessen die Ergebnisse der Arbeiten von denen der Vorjahre eklatant abweichen, dann sollen in den jeweiligen Bundesländern entsprechende Maßnahmen gegen eine Benachteiligung greifen, empfiehlt die Konferenz. So sei es diesmal im Saarland geschehen.

Bei der jetzt angewandten Bewertungstabelle handle es sich um jene, die bereits in vielen Ländern angesetzt wird.