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Marienhaus bestätigt Schließung der Klinik Ottweiler offiziell

Kostenpflichtiger Inhalt: Krankenhaus-Debatte : Marienhaus bestätigt Schließung der Klinik Ottweiler offiziell

Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, verspricht das Unternehmen. Für die Entscheidung, den Standort Ottweiler aufzugeben, macht der Träger vor allem die Bundespolitik verantwortlich.

Der Krankenhausträger Marienhaus hat die geplante Schließung der Klinik Ottweiler offiziell bestätigt. Die Marienhaus-Unternehmensgruppe arbeite derzeit an einem Konzept, um die Standorte Ottweiler und St. Wendel zu einem Krankenhaus in St. Wendel zu verschmelzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Nach SZ-Informationen soll Ottweiler bis Ende 2021 geschlossen werden.

Dieses Konzept, in dem auch das Medizinkonzept, die baulichen und investiven Maßnahmen sowie ein konkreter Zeitplan festgelegt würden, solle Ende März vorliegen. So sei es auch mit dem Gesundheitsministerium vereinbart.

„Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Der hohe bauliche Sanierungsstau war allen Beteiligten bereits seit langem bekannt. Hierauf hat schon das Gutachten für die Krankenhausplanung des Saarlandes im Jahr 2018 ausdrücklich hingewiesen“, erklärte Marienhaus am Donnerstag. Die schwierige bauliche Situation des Standortes Ottweiler sei auch immer wieder Gegenstand von Gesprächen mit dem Land gewesen.

Von zentraler Bedeutung aber seien die „massiv verschärften Vorgaben des Bundes“. Besonders die kleineren Krankenhäuser kämpften immer mehr ums Überleben. Mit immer neuen Personal- und Strukturvorgaben, der Ausgliederung des Pflegebudgets oder dem MDK-Reformgesetz verfolge die Bundespolitik das Ziel, die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland massiv zu verringern. „Auch das macht vor dem Saarland nicht Halt und ist allen politisch Verantwortlichen seit langem bekannt“, so Marienhaus.

Mittelfristig sollten alle Abteilungen umziehen; betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Darauf könnten sich die Mitarbeiter verlassen. Auch bei der Schließung des Krankenhauses in Wadern Ende 2017 und der Verlagerung von Dillingen nach Saarlouis Mitte letzten Jahres habe es keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben.

Über die Verlagerung der Angebote von Ottweiler nach St. Wendel hätten die Gremien des Trägers allerdings noch nicht entschieden, betonte Marienhaus. „Deshalb war der Zeitpunkt der Presseveröffentlichung in der SZ am vergangenen Wochenende auch kontraproduktiv und nicht von Marienhaus initiiert.“

Die Marienhaus-Unternehmensgruppe habe frühzeitig damit begonnen, ihre Kliniken im Saarland konzeptionell, organisatorisch und personell für die Zukunft gut aufzustellen, um so eine bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und damit die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu sichern. Entsprechend werde der Träger auch zielgerichtet in die Weiterentwicklung dieser Standorte investieren. Das betreffe das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Saarlouis, die Marienhausklinik St. Josef Kohlhof in Neunkirchen und das St. Wendeler Marienkrankenhaus.

Für die Marienhausklinik St. Josef Losheim am See habe der Träger nach der Schließung des Krankenhauses in Wadern eine Bestandsgarantie für fünf Jahre gegeben. „Derzeit arbeitet die Marienhaus-Unternehmensgruppe an einem Konzept für den Standort Losheim, um eine Lösung für die medizinische Versorgung im nördlichen Saarland anbieten zu können“, so Marienhaus.

Die politisch angestoßene und motivierte Diskussion um die sogenannte Nordsaarlandklinik schade allerdings dem Krankenhaus in Losheim, verunsichere die Mitarbeiter und schrecke Bewerber für dringend nachzubesetzende Stellen ab. „Sollte sich doch ein Investor für einen Neubau finden, so würde das das Aus für die Krankenhäuser in Losheim, in Lebach (Träger ist die ctt) und im rheinland-pfälzischen Hermeskeil (eine Einrichtung der Marienhaus Unternehmensgruppe) bedeuten“, erklärte der Träger.

Darüber hinaus würde eine Schwächung der Krankenhäuser in Merzig und St. Wendel ganz bewusst in Kauf genommen. Hier sei das Land gefordert, rasch für Klarheit zu sorgen, wie die künftige Versorgung im Hochwald aussehen soll.