LSVS-Skandal: Landgericht will 100.000 Euro von Klaus Meiser

Kostenpflichtiger Inhalt: Skandal um Landessportverband Saar : Gericht will mehr Geld von Meiser

Ex-LSVS-Präsident soll für Einstellung der Ermittlungen 100 000 Euro zahlen.

Im  Finanzskandal um den Landessportverband Saar (LSVS) hat das Landgericht jetzt der Einstellung der Ermittlungen wegen Haushaltsuntreue gegen die Mitglieder des früheren Präsidiums zugestimmt. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen jeweils Geldauflagen erfüllen. Nur im Fall von Ex-LSVS- und Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) weicht das Gericht, so eine Sprecherin, von dem Antrag des ermittelnden Oberstaatsanwaltes Eckhard Uthe ab. Der hatte zuletzt vorgesehen, dass Meiser 60 000 Euro an die Staatskasse überweisen soll. In einer Verfügung der zweiten Strafkammer wird nach Angaben der Sprecherin diese Summe jetzt auf 100 000 Euro erhöht. Dieser Betrag sei auch ursprünglich mit dem Verteidiger Meisers so besprochen gewesen, dann aber nach weiteren Gesprächen wieder reduziert worden.

Als Begründung für die Erhöhung des Betrages, so heißt es, werde jetzt auch aufgeführt, dass die Kammer in ihrem Urteil vom März über 22 Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung wegen Untreue und Vorteilsgewährung davon ausgegangen war, dass Meiser Versorgungsansprüche verliert. Dem ist aber, wie unsere Zeitung ausführlich  berichtet hat, nicht so. Meiser erhält eine Pension von monatlich 8400 Euro.

Die Zustimmung der betroffenen Ex-LSVS-Mitglieder zur Zahlung der Geldauflagen liegen nach Gerichtsangaben bereits vor. Offen bleibt, ob Meiser die höhere Summe letztlich akzeptieren wird.

Mit 50 000 Euro wird der frühere LSVS-Vizepräsident Franz Josef Schumann zur Kasse gebeten. Die gleiche Summe wird von Eugen Roth, Vizefraktionschef der SPD im Landtag und Handballpräsident, zu zahlen sein. Auch der Polizeibeamte und Sportjugendvertreter Udo Genetsch soll 50 000 Euro in die Landeskasse zahlen. Von Ex-Vizepräsident Franz Josef Kiefer werden 40 000 Euro gefordert, ebenso von Lothar Altmeyer (Leichtathletik) und Karin Nonnweiler (Judo). Andreas Pielen-Günther (Kneipp-Bund) soll – wie berichtet – 30 000 Euro überweisen. Offen bleibt, ob auch das Verfahren gegen den Ex-LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans eingestellt wird.

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