1. Saarland
  2. Landespolitik

Linke und AfD im saarländischen Landtag fordern repräsentative Coronavirus-Untersuchung

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach dem Vorbild Bayern : Saar-Politiker fordern repräsentative Corona-Untersuchung

Die repräsentativen Untersuchungen sollen dabei helfen, eine Exit-Strategie aus der Krise zu entwickeln.

Die Linken und die AfD im saarländischen Landtag fordern den Start repräsentativer Corona-Untersuchungen nach dem Vorbild Bayerns, um eine Exit-Strategie aus der Krise zu entwickeln. „Wir wissen gar nicht, wie die Faktenlage wirklich ist“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jochen Flackus, am Montag vor Journalisten. Verkürzte Meldungen mit der Zahl von Infizierten und Toten seien falsch, da niemand wisse, wie viel Menschen im Saarland tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert, inzwischen geheilt seien und wie viele wirklich an dem Virus gestorben seien.

Die Linken schlagen vor, 2000 repräsentativ ausgesuchte Personen jetzt und in zehn Tagen noch einmal zu testen. Dann hätte man endlich eine verlässliche Basis, was die Durchdringung der Bevölkerung mit dem Virus wirklich bedeutet und hätte verlässlichere Zahlen für die Zukunft. AfD-Fraktionschef Josef Dörr sagte, mit solchen Daten sei eine Grundlage geschaffen, „um den Ausstieg zu planen“.

Große Sorgen bereitet dem SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon nach eigener Aussage die Situation in den Seniorenheimen. „Hier müssen wir ganz dringend handeln“, appellierte er an die Landesregierung. Seiner Ansicht nach müsse das Personal komplett getestet werden, um sich selbst und die Bewohner zu schützen. Wenn nicht, drohe bei der Ausbreitung des Virus „ein ganz schlimmes Ende“ für eine sehr begrenzte Gruppe, die aber ohnehin sehr bedroht sei. „Einfach mal abzuwarten, was passiert, wird an diese Stelle nicht reichen“, sagte er.

(dpa)