Legte NSU die Bombe? Anschlag auf Wehrmachtsausstellung 1999 unaufgeklärt

Fahndung nach Bombenlegern 20 Jahre ohne Erfolg : Linke enttäuscht: Fahndung nach Bombenlegern zu lasch

Mehr als 20 Jahre nach dem Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung in der Saarbrücker Volkshochschule am Schloss im März 1999 hat sich am Mittwoch der Innenausschuss des Saar-Landtags mit dem unaufgeklärten Fall beschäftigt.

Der Linksabgeordnete Dennis Lander sagte der SZ, er sei „enttäuscht und sehr, sehr unzufrieden“ über die Methodik der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken habe die Ermittlungen nach der Entdeckung der NSU-Terrorgruppe an den Generalbundesanwalt abgegeben. Dieser habe eine Verbindung der NSU-Gruppe zu dem Saarbrücker Bombenanschlag ausgeschlossen, weil der NSU sich nicht zu der Tat bekannt habe. Dabei liege ein rechtsextremes Bekennerschreiben vor, in dem Ausdrücke vorkämen, die nur Ostdeutsche verwenden würden. Zudem sei aus Karlsruhe vorgebracht worden, dass der in Saarbrücken verwendete Sprengstoff Hexogen nie von den NSU-Terroristen verwendet worden sei. Jedoch sei aus einer Garage in Thüringen, die in Zusammenhang mit den NSU-Leuten stand, im Jahr 1999 Beweismaterial unter den Augen der Polizei abtransportiert worden. 1999 hatten konservative und rechtsextreme Kreise scharf gegen die Wehrmachtsausstellung in Saarbrücken protestiert.

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