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Landrat Lauer beklagt schlechte Sicherheitslage im Kreis Saarlouis

Klage über zu wenig Polizei : Saarlouiser Landrat sieht Sicherheit in Gefahr

Kommunalpolitiker in Saarlouis schlagen Alarm. Sie beklagen eine schlechte Sicherheitslage, weil zu wenige Polizisten vor Ort seien.

Der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer (SPD) macht sich große Sorgen um die Sicherheit. „Nicht nur in Saarlouis, sondern auch im gesamten Landkreis kann die Sicherheit der Menschen gerade zu den Nachtzeiten nicht mehr sichergestellt werden“, schreibt Lauer gestern auf Facebook. Er pflichtet damit dem Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer (SPD) bei, der in einem Brief an Innenminister Klaus Bouillon (CDU) kritisiert hatte, dass wegen fehlender Polizisten die Sicherheitslage gefährdet sei (wir berichteten). „Demmer hat Recht: Wir brauchen dringend mehr Polizei“, forderte Lauer. Wenn Politik und Verwaltung das Problem nicht lösten, bestehe die Gefahr, „dass wir den Kampf um das Recht auf der Straße gegen Kriminelle verlieren“.

Hintergrund von Demmers Brief an Bouillon ist die jüngste Polizeireform im Saarland. Dabei wurden sieben Polizeiinspektionen zu Revieren herabgestuft, die nur noch zeitweise besetzt sind. Anlass des Schreibens waren zwei Vorfälle in Saarlouis: Beim Stadtfest habe die Polizei bei Auseinandersetzungen mit Gruppen junger Migranten den Rückzug angetreten, weil nicht genügend Beamte da gewesen seien, so Demmer. Einen ähnlichen Vorfall habe es kürzlich am Freibad gegeben. Die Polizei wurde nach seinen Angaben  mit Gruppen junger Männer nicht fertig, die auf das Gelände drängten, als die Kassen wegen Überfüllung des Schwimmbads geschlossen waren.

Landrat Patrik Lauer (SPD) fordert mehr Polizei. Foto: Johannes A. Bodwing

Im vorigen Jahr gab es bereits in Saarbrücken heftige Debatten um die Sicherheit in der Innenstadt. Einzelhändler hatten über wachsende Kriminalität geklagt. Die Kriminalitätsstatistik weist für das Saarland mit insgesamt 70 993 Straftaten für das vergangene Jahr gegenüber 2017 ein gleichbleibendes Niveau aus. Es liegt über neun Prozent unter dem Zehn-Jahres-Hoch von 2015.