Land beantragt europäische Schule

Englischsprachiger Unterricht : Land beantragt europäische Schule

In Saarbrücken soll 2020 eine Internationale Schule eröffnet werden. Für das geplante Modell hofft die Landesregierung jetzt auf grünes Licht aus Brüssel.

Die von der Landesregierung geplante Internationale Schule soll weiterhin im nächsten Schuljahr starten. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach am Dienstag in Saarbrücken von einer öffentlichen Bildungseinrichtung „nach dem Modell der Europäischen Schule“. Eine solche Schule bedarf einer offiziellen Anerkennung aus Brüssel. „Wir stellen jetzt den Antrag“, erklärte der Regierungschef. „Sobald wird das Go haben, kommt die Detailplanung.“

Bekannt ist bisher, dass die neue Schule zu Beginn jeweils eine englisch- und eine deutschsprachige Klasse im Primar- und Sekundarbereich umfassen soll. „Der englischsprachige Zweig ist für uns im Moment das Wichtigste“, sagte Hans. Es gebe einen massiven Bedarf an englischsprachigem Unterricht. Das Modell der Europäischen Schule fördere Mehrsprachigkeit, erklärte er. „Wir haben im Saarland die sehr gute Situation, dass wir mit dem Deutsch-Französischen Gymnasium ja schon einen französischsprachigen Unterricht haben.“ Dieses System stelle man nicht in Frage, nur werde man jetzt alles daran setzen, sehr schnell auch einen englischsprachigen Zweig aufzubauen, sagte der Christdemokrat.

Auch das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (Cispa) in Saarbrücken, an dem in Zukunft mehr als 500 Wissenschaftler aus aller Welt forschen sollen, wünscht sich ein solches Angebot. Im Umfeld des Zentrums und anderer Forschungseinrichtungen plant das Land auch einen zehn Hektar großen Gründer-Campus für IT-Firmen. „Wenn wir ein Hotspot für Gründerinnen und Gründer werden, wenn wir Menschen von außer­halb anziehen wollen, braucht es diese Internationale Schule“, betonte der Ministerpräsident.

Der Ministerrat hat sich auf Saarbrücken als Standort für die Internationale Schule geeinigt. Die Trägerschaft des Grundschulbereichs soll die Landeshauptstadt, die der weiterführenden Klassen der Regionalverband übernehmen. Allerdings sagte Hans: „Wir haben uns noch nicht auf einen konkreten Standort festgelegt.“ In der Vergangenheit war als mögliches Gebäude immer wieder das frühere Gymnasium in Dudweiler genannt worden, in dem heute das Landesinstitut für Pädagogik und Medien seinen Sitz hat. Das Gebäude komme sicherlich in Frage, sagte Hans. Aber es könne auch andere Standorte geben. „Zunächst muss man sich die Anmeldezahlen anschauen“, erklärte er. „Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem man merkt, es entstehen jetzt volle Klassen.“ Dann wisse man auch, wo man lande mit dem Planungen für den „Neubau oder Umbau einer bestehenden Immobilie“, so Hans.

Anfangs sollen die Klassen der Internationalen Schule unter dem Dach anderer Bildungseinrichtungen untergebracht werden. „Wir werden das aufwachsend machen und versuchen, das im bestehenden Rahmen, an bestehenden Schulen beginnen zu lassen“, sagte der CDU-Politiker zu dem Bildungsprojekt.