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Länder weiten Corona-Tests deutlich aus - Saarland berät

Bayern testet alle Bürger : Länder weiten Corona-Tests aus - Saarland berät noch

Bayern will alle Bürger testen, NRW Arbeiter in Schlachtbetrieben. Die Saar-Regierung berät ihr Testkonzept noch.

(dpa/gda) Nach den Corona-Ausbrüchen in Fleischfabriken und dem Lockdown in den Risiko-Kreisen in NRW beraten die Bundesländer über eine Ausweitung von Tests. Einige preschen aber bereits vor. Als erstes Land will Bayern Corona-Tests für jedermann einführen – unabhängig davon, ob man Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Niedergelassene Vertragsärzte sollten sie vornehmen. Wo die Kasse nicht zahle, werde der Freistaat einspringen, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Derweil muss die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen nach den Vorfällen bei Tönnies künftig auf eigene Kosten mindestens zwei Mal pro Woche alle ihre Mitarbeiter testen lassen, wie die Regierung in Düsseldorf beschloss. Die Vorgabe gilt ab 1. Juli für Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. Schon ab dieser Woche müssen in Rheinland-Pfalz Hunderte Arbeitnehmer in den fleischverarbeitenden Betrieben getestet werden.

Ob das Saarland genauso verfahren will, ist noch offen. Regierungssprecher Alexander Zeyer erklärte am Sonntag gegenüber der SZ, man arbeite derzeit an einer einheitlichen länderübergreifenden Test-Strategie. Dazu würden in dieser Woche weitere Gespräche mit den anderen Bundesländern und der Virologie am Universitätsklinikum Homburg stattfinden. „Bisher ist nicht entschieden, ob es eine flächendeckende Testung geben wird oder nicht“, erklärte Zeyer. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hatte sich am Freitag „ausdrücklich“ für umfassende Tests bei großen fleischverarbeitenden Betrieben des Saarlandes ausgesprochen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich derweil skeptisch über flächendeckende Tests in der Bevölkerung. „Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen“, sagte er am Wochenende „Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen“, warnte Spahn.