Kurzarbeit bei Saarstahl: Rehlinger fordert Schutz

Gefahr aus außereuropäischem Ausland? : Kurzarbeit bei Saarstahl – Wirtschaftsministerin fordert EU-Schutz für heimische Produkte

Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat zum Schutz der saarländischen Stahlindustrie im internationalen Wettbewerb aufgerufen.

Nach Saarstahl haben jetzt auch die Stahlwerke Bous bis zum Jahresende Kurzarbeit beantragt. Die Gründe sind jedoch andere. Während Saarstahl auf die zurückgehende Nachfrage aus der Autoindustrie verweist, hat der Hauptkunde der Stahlwerke Bous seit einiger Zeit weniger Bestellungen eingereicht. Dabei handelt es sich um den Düsseldorfer Röhrenhersteller Vallourec, der 80 Prozent der Bestellungen bei den Stahlwerken Bous ausmacht.

Saarlands Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Foto: BeckerBredel

Nach Angaben von Ralf Cavelius, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, ist der Vier-Schicht-Betrieb der Stahlwerke Bous betroffen, der normalerweise an sechs Tagen arbeitet. Anders als bei Saarstahl wird für die Beschäftigten der Stahlwerke Bous nicht das Kurzarbeitergeld aufgestockt. Das Werk liefert Stahl-Blockguss an Vallourec. Dort wiederum werden Röhren für den Kraftwerfs- und Energiesektor hergestellt.

Die heimische Stahlindustrie leide unter billigem Stahl aus dem Ausland. Rehlinger: „Wir haben hier den saubersten Stahl der Welt. Es wäre grundfalsch, wenn dieser vom Markt verdrängt wird von Stahl, bei dessen Produktion unsere hiesigen Umweltbestimmungen und sozialen Standards nicht gelten.“

Die Hilfen reichten indes nicht, um die hiesige Stahlindustrie zu schützen. Darum befürchtet die Ministerin eine „massive Belastung für die saarländische Stahlindustrie“.

Deshalb habe sie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vergangene Woche in einem Brief gebeten, eine entscheidende Sitzung in Brüssel zu nutzen, um sich nachdrücklich für Verbesserungen im Sinne der heimischen Stahlindustrie einzusetzen.

Rehlinger äußerte sich just an jenem Tag, an dem eine mehrwöchige Kurzarbeit bei Saarstahl startete. Grund dafür ist eine Auftragsflaute. Im Gegenzug verpflichtete sich das Unternehmen auf Entlassungen zu verzichten.

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