Kritik an Zugstreichungen zwischen Saarbrücken und St. Wendel

Grünen sehen „Kapitulationserklärung“ : Kritik an Zugstreichungen zwischen Saarbrücken und St. Wendel

Die Streichung von Regionalzügen zwischen Saarbrücken und St. Wendel verschärft die politische Debatte um einen besseren Nahverkehr im Saarland.

Der Grünen-Landeschef und Bundestagsabgeordnete Markus Tressel sprach am Donnerstag von einer „Kapitulationserklärung“ des Verkehrsministeriums. Das Haus von Anke Rehlinger (SPD) hatte den Wegfall von Zügen der Bahnlinie RB 73 an Samstagen mit der niedrigen Auslastung begründet. Sie liegt im Schnitt bei 15 Prozent (wir berichteten).

Dann müsse Rehlinger folgerichtig den halben Bahn- und Busverkehr im Saarland einstellen, sagte Tressel. „Viele Züge und Busse sind nämlich genauso schlecht oder oft sogar viel schlechter ausgelastet.“ Tressel hatte in einer ersten Reaktion von einem „Zugkahlschlag“ gesprochen.

Auf Facebook meldete sich auch der Bundestagsabgeordnete und Linken-Landesvorsitzende Thomas Lutze zu Wort: „Wie im letzten Jahrhundert: Zu wenig Kunden, also Angebot streichen. Ergebnis: Noch weniger Kunden.“

Der private Bahnbetreiber Vlexx übernimmt die RB 73 und drei weitere Linien ab Dezember für die nächsten 15 Jahre. Das Verkehrsministerium hatte die Strecken vor vier Jahren an das Unternehmen vergeben. Im Rahmen der Ausschreibung sei die Wirtschaftlichkeit der Zugleistungen überprüft worden, so die Behörde. Daraufhin strich das Ministerium den Fahrplan der RB 73 an Samstagen zusammen. Nach dem Fahrplanwechsel im Dezember wird die Regionalbahn an Samstagen nur noch stündlich verkehren. Bisher gilt ein Halbstundentakt.

Mehr von Saarbrücker Zeitung