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Krankenhaus in Lebach bleibt wegen Corona vorerst in Betrieb

Kostenpflichtiger Inhalt: Entscheidung des Gesundheitsministeriums : Krankenhaus in Lebach bleibt wegen Corona vorerst in Betrieb

Die Klinik soll so lange weitergeführt werden, wie die Kapazitäten dort zur Bekämpfung des Coronavirus benötigt werden. Der Plan, stillgelegte Krankenhäuser zu reaktivieren, lässt sich auf die Schnelle hingegen nicht umsetzen.

Das hochdefizitäre Caritas-Krankenhaus in Lebach bleibt zur Bekämpfung der Corona-Epidemie bis auf weiteres in Betrieb. Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU), der auch den Krisenstab des Landes leitet, sagte der SZ: „Wir halten das Krankenhaus in Abstimmung mit dem Träger so lange am Netz, wie es bedarfsnotwendig ist.“

Über die Weiterführung des Betriebes in Lebach werde in Abhängigkeit von der aktuellen Lage bei der Ausbreitung der Virusinfektion entschieden. Wenn die Corona-Krise noch das ganze Jahr läuft, werde man alles dafür tun, dass auch das Krankenhaus so lange am Netz bleibe, sagte Kolling.

Bisheriger Stand war, dass die Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT) ihr Lebacher Krankenhaus im Juli schließen wollte, weil es jedes Jahr rund zwei Millionen Euro Verluste verursacht. Ist die Ausbreitung der Infektionswelle bis dahin nicht im Griff, soll der Betrieb in Lebach also weitergeführt werden.

In Lebach sollen zudem – wie auch in weiteren Krankenhäusern – zusätzliche Beatmungskapazitäten geschaffen werden für den Fall, dass die Zahl der stationär zu behandelnden Corona-Patienten wie erwartet stark zunehmen wird. Kolling sagte, das Ziel seien 200 weitere Beatmungskapazitäten im Land. Geräte seien bereits bestellt.

Der Plan, bereits stillgelegte Krankenhäuser wie Brebach, Wadern oder Dillingen wieder zu reaktivieren, um im Fall der Fälle genügend Kapazitäten zu haben, lässt sich hingegen nicht auf die Schnelle verwirklichen. Das hat nach Kollings Worten eine Prüfung ergeben.

Zuvor hatte sich bereits der Träger Marienhaus, dem die ehemaligen Kliniken in Dillingen und Wadern gehören, skeptisch gezeigt. Eine Wiederinbetriebnahme werde kaum möglich sein, sagte ein Sprecher und verwies auf bauliche und personelle Gründe. Der Abriss von Wadern solle im Mai starten. Es stelle sich auch die Frage, woher das Personal für die Häuser kommen solle.

Die Gewerkschaft Verdi fordert unterdessen, dass das Land das Krankenhaus in Lebach zum symbolischen Preis von einem Euro übernimmt und in aller Ruhe nach einer Lösung sucht. „Mit der Schließung kleinerer Krankenhäuser auf dem Land werden Kapazitäten abgebaut, die zum Beispiel für die Quarantäne infizierter Corona-Patientendringend notwendig sind“, sagt der Pflege-Experte von Verdi, Michael Quetting. Gleichzeitig zur Quarantäne müssten ja auch symptomatisch Erkrankte adäquat behandelt werden. Ferner müsse die Versorgung der nicht betroffenen Bevölkerung weiter gewährleistet sein.