1. Saarland
  2. Landespolitik

Kliniken im Saarland fürchten Insolvenz wegen Corona

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Saar-Kliniken fürchten Insolvenz wegen Corona-Krise

In der Corona-Krise will der Bund einen Rettungsschirm für die Kliniken aufspannen. Doch die Träger der saarländischen Krankenhäuser sind entsetzt über die Pläne, die am Samstag bekannt geworden sind. Sie seien eine Katastrophe für die Häuser.

Die saarländischen Krankenhausbetreiber fühlen sich in der Corona-Krise von der Bundesregierung im Stich gelassen. Der von CDU/CSU und SPD vorgelegte Gesetzentwurf für einen finanziellen Schutzschirm sei „eine Katastrophe für die Krankenhäuser und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte die Saarländische Krankenhausgesellschaft am Samstag.

Die SKG schließt sich damit einer Stellungnahme der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) an. Darin heißt es auch: „Mit diesem Gesetzentwurf laufen wir Gefahr, dass in wenigen Monaten Krankenhäuser in Insolvenz gehen.“

Der Gesetzentwurf verkenne den Ernst der Lage und den Druck, dem die Krankenhäuser ausgeliefert seien. „Wir erachten ihn als ein fatales Signal an die Krankenhäuser. Statt Schutzschirm werden wir in den Regen gestellt“, sagte der SKG-Geschäftsführer Thomas Jakobs.

Ausgeglichen werden sollen Einnahmeeinbußen für Krankenhäuser, weil sie Intensivbetten für Coronavirus-Patienten frei machen. Die Ausfälle durch Verschiebung oder Aussetzung planbarer Aufnahmen, Eingriffe oder Operationen sollen durch einen Pauschalbeträge ausgeglichen werden. Diese decken aus Sicht der Kliniken aber nicht die Vorhaltekosten.

Die Aufforderung an die Krankenhäuser, mehr Intensivplätze zu schaffen, werde dadurch konterkariert, dass den Kliniken gerade einmal 30.000 Euro für jedes bis zum 30. September neu aufgestellte oder vorgehaltene Bett bezahlt werden. Die Kalkulationen der Krankenhäuser lägen aber bei 85.000 Euro.

Es sei auch unzumutbar, dass das Abrechnungssystem aufrechterhalten wird. „Wir werden in der Zeit der Krise nicht das Personal haben, das differenziert codiert und abrechnet“, erklärte die SKG. Die Krankenhäuser hätten die im Medizin-Controlling tätigen Ärzte und Pflegekräfte abgezogen und in die Patientenversorgung geschickt.